Untersuchung fürs Herz

Wer braucht eigentlich ein Belastungs-EKG?

Sie haben es bestimmt schon gesehen: Im Behandlungsraum einer Ordination steht ein Fahrrad-Ergometer. Daneben ein Monitor, Kabel und Elektroden. Diese Utensilien werden für eine wichtige Untersuchung benötigt, das Belastungs‑EKG. Allgemeinmediziner Dr. Christian Maté, erklärt, was bei dieser Untersuchung passiert.

Bei einem Elektrokardiogramm (EKG) wird die elektrische Aktivität des Herzens in verschiedenen Phasen der Pumpaktion gemessen und so unter anderem die Herzfrequenz und der Herzrhythmus bestimmt. „Ein Belastungs-EKG, auch als Ergometrie bezeichnet, überprüft, wie gut das Herz unter zunehmender körperlicher Anstrengung arbeitet“, erläutert Dr. Christian Maté, Vorsorge-Spezialist aus Wien. 

Für Personen ohne Beschwerden und ohne spezielle Fragestellung ist ein Belastungs-EKG in der Regel kein Routine-Screening.

Erhält das Herz genug Blut?
Diese Untersuchung wird Ihnen verordnet, wenn der Verdacht besteht, dass das Herz nicht ausreichend durchblutet wird oder unregelmäßig schlägt, vor allem bei Anstrengung. Typische Gründe sind folgende Beschwerden Schmerzen oder Druck in der Brust, Atemnot bei Belastung, Schwindel oder Herzstolpern, Abklärung einer koronaren Herzkrankheit (Erkrankung der Herzkranzgefäße) sowie Kontrolle nach einem Herzinfarkt.

Die richtige Vorbereitung
„Vor dem Test sollte man in der Regel drei Stunden nichts Schweres essen, nicht rauchen und Medikamente nur nach ärztlicher Rücksprache pausieren“, rät Dr. Maté. Für die Untersuchung sollte man bequeme Kleidung tragen, in der man sich gut bewegen kann, und eventuell verwendete Inhalationsgeräte mitbringen.

So läuft der Belastungstest ab
  • Beim Belastungstest wird zunächst ein EKG geschrieben und der Blutdruck gemessen.
  • Anschließend wird das Herz durch Bewegung „gestresst“ – meist, indem man auf einem stationären Fahrrad fährt.
  • Die Belastung wird stufenweise erhöht.
  • Während des Tests überwachen Ärzte oder Pflegekräfte Puls, Blutdruck, EKG und das Befinden der getesteten Person.
  • In manchen Fällen werden zusätzlich bildgebende Verfahren eingesetzt, um die Durchblutung des Herzens zu beurteilen.
  • Der Test endet, wenn die Belastungsgrenze erreicht ist oder die Untersuchung beendet wird

Da das Herz bei dieser Untersuchung stärker beansprucht wird, gibt es geringe Risiken. Dabei können Herzrhythmusstörungen, Atemnot oder Schwindel auftreten. Nicht geeignet ist das Belastungs-EKG bei akuten Erkrankungen, wie z. B. einem frischen Herzinfarkt oder schweren Herzrhythmusstörungen.

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Ein Belastungs-EKG, auch als Ergometrie bezeichnet, überprüft, wie gut das Herz unter zunehmender körperlicher Anstrengung arbeitet.

Dr. Christian Maté, Allgemeinmediziner aus Wien

Bei einem normalen Herzschlag geht von einem bestimmten Punkt im rechten Vorhof des Herzens, dem so genannten Sinusknoten ein elektrischer Impuls aus. Von dort aus breitet sich der Impuls über das gesamte Herz aus. Diese elektrische Erregung führt dazu, dass sich der Herzmuskel zusammenzieht („das Herz schlägt“). Mit jedem Schlag pumpt das Herz Blut durch den gesamten Körper.

Leistungs-EKG wird eingesetzt

  • bei belastungsabhängigen Beschwerden
  • zur Abklärung einer möglichen koronaren Herzkrankheit
  • bei bestimmten Rhythmusstörungen
  • zur Beurteilung der körperlichen Belastbarkeit

Der Belastungstest hilft Ärzten zum Beispiel festzustellen, ob das Herz unter Belastung ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Wenn das Herz schneller pumpt, benötigt es selbst mehr Blut bzw. Sauerstoff.

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