Österreicher tot

Tourguide machte Video: „Plötzlich brach das Holz“

Ausland
25.05.2026 13:19

Es hätte ein traumhafter Urlaub werden sollen – doch der Trip nach Indonesien endete für zwei Österreicher tödlich. Astrid (57) und Jürgen P. (55) stürzten während eines Ausflugs zu Tode, als die Holzplanken einer Hängebrücke nachgaben. 

Am Sonntagvormittag war das Ehepaar aus dem Großraum Wien auf der Route zu dem bei Touristen beliebten Cunca-Wulang-Wasserfall auf der Insel Flores angekommen. Auf dem Weg dorthin war eine Hängebrücke zu überqueren. 

„Sie lachten noch in die Kamera“
Das Paar habe noch gelacht, schildert der geschockte Tourguide, der die Szene mit ansehen musste, den Vorfall. Sie hatten ihn gebeten, ein Video zu machen. „Sie lächelten in die Kamera, als sie zehn Meter gegangen waren, hörte ich plötzlich ein sehr lautes Geräusch von brechendem Holz, wie von einem herabfallenden großen Ast.“ Die Holzplanken der Brücke seien binnen Sekunden gebrochen. 

Die Eheleute stürzten rund 20 Meter in die Tiefe auf Steine am Flussufer. Für sie kam jede Hilfe zu spät. Der Tourguide lief sofort zurück, um die Rettungskette in Gang zu setzen. Die Bergung der Leichen gestaltete sich allerdings durchaus schwierig aufgrund des steilen Geländes und der rutschigen Felsen.

Astrid und Jürgen P. gingen über die Brücke, als die Holzplanken plötzlich nachgaben.
Astrid und Jürgen P. gingen über die Brücke, als die Holzplanken plötzlich nachgaben.(Bild: Basarnas Maumere Doc. )
Einsatzkräfte am Ort der Tragödie bargen die Toten vom Flussufer.
Einsatzkräfte am Ort der Tragödie bargen die Toten vom Flussufer.(Bild: inp.polri.go.id)

Polizei begann Ermittlungen
Die Brücke wurde inzwischen bis auf Weiteres gesperrt. Die Polizei führt Ermittlungen durch, teilte Christian Kadang, Chef der West Manggarai Police mit: „Unsere Priorität liegt nun darin, Beweise zu sichern und den Vorfall aufzuklären.“ Auch die zuständige Tourismusbehörde stehe im Fokus. Die Verstorbenen wurden ins Komodo Regional Hospital in Labuan Bajo gebracht, berichtet die „Hey Bali Times“. Auch das österreichische Außenministerium bestätigte am Montagvormittag den Tod des Paares.

Hängebrücken in abgelegenen Gebieten Indonesiens sind beliebte Fotomotive, doch sie werden vielerorts nicht regelmäßig überprüft. Die Holzkonstruktionen sind angesichts der hohen Luftfeuchtigkeit im Dschungel oft witterungsbedingt porös. 

Immer wieder tödliche Touristen-Unglücke
Tödliche Unglücke an abgelegenen Naturattraktionen sind in Indonesien keine Seltenheit. Schwieriges Gelände, teils veraltete Infrastruktur und lange Rettungswege erschweren Einsätze in vielen Regionen des weltgrößten Inselstaates. Erst im Dezember waren vier Mitglieder einer sechsköpfigen spanischen Familie ums Leben gekommen, als ihr Boot vor Flores kenterte. Im vergangenen Juni war eine Brasilianerin am Vulkan Rinjani auf der indonesischen Insel Lombok in den Tod gestürzt.

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