Eine Krankenschwester aus Niederösterreich macht ihre eigene Diagnose zur Kraftquelle für Patienten - dank eines neuen Arbeitsmodells, das Gesundheit und Beruf vereint.
Die Diagnose traf sie mitten im Leben – und mitten im Beruf, den sie seit Jahrzehnten mit Herzblut ausübt. Nach mehr als 30 Jahren als diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin im Landesklinikum Korneuburg-Stockerau-Hollabrunn wurde bei Manuela Jenecek Diabetes Typ 1 Lada festgestellt. Ein Einschnitt, der vieles veränderte – aber am Ende auch neue Türen öffnete.
Persönliche Lebenssituationen
Denn wer Tag für Tag für andere Menschen da ist, darf die eigene Gesundheit nicht vergessen. Genau hier setzt das Modell des „lebensphasenorientierten Arbeitens“ an – ein innovativer Ansatz, der persönliche Lebenssituationen stärker berücksichtigt und Beruf wie Gesundheit besser in Einklang bringen soll.
Wechsel zur Diabetologie
Für Manuela Jenecek bedeutete das heuer den Wechsel an die 1. Medizinische Abteilung des Klinikstandortes Stockerau mit Schwerpunkt Diabetologie. Dort betreut sie heute genau jene Patienten, deren Sorgen und Ängste sie aus eigener Erfahrung kennt. Und genau darin liegt ihre besondere Stärke. „Ich weiß, mit welchen Herausforderungen Diabetiker konfrontiert sind“, sagt Jenecek. „Gerade nach einer frischen Diagnose gibt es oft viele Unsicherheiten. Persönliche Erfahrungen können helfen, Ängste zu nehmen und Mut zu machen.“
Früher eine „belastende Diagnose“, jetzt eine Brücke
Was früher eine belastende Diagnose war, wurde so zu einer Brücke zwischen medizinischer Expertise und menschlichem Verständnis. Patienten erleben in Gesprächen mit der erfahrenen Pflegerin nicht nur fachliche Kompetenz, sondern auch ehrliche Anteilnahme. Weil hier jemand gegenübersteht, der selbst weiß, wie sich der Alltag mit Diabetes anfühlt.
Dabei endet ihr Engagement nicht an der Kliniktür. Jenecek leitet auch die Selbsthilfegruppe „ÖDV – Diabetestreffen Weinviertel“ der Österreichischen Diabetikervereinigung und unterstützt Betroffene mit Wissen, Erfahrung und viel Empathie.
Moderne Arbeitswelten im Gesundheitsbereich
Für Pflegedirektorin Silvia Hickelsberger ist genau das die Zukunft moderner Arbeitswelten im Gesundheitsbereich: „Die Lebenssituationen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verändern sich im Laufe der Jahre. Das lebensphasenorientierte Arbeiten schafft den notwendigen Raum, damit wertvolle Fachkräfte langfristig im Klinikum bleiben können.“
Ein Konzept mit großer Wirkung – nicht nur für die Beschäftigten selbst, sondern letztlich auch für die Patienten. Denn manchmal entsteht die stärkste Form der Hilfe genau dort, wo persönliches Schicksal und berufliche Berufung aufeinandertreffen.
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