Weil durch die Veröffentlichung von Dokumenten im Internet ihre Namen bekannt geworden sind, haben Opfer des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein die US-Regierung und Google verklagt. Das US-Justizministerium habe „etwa hundert Überlebende des verurteilten Sexualstraftäters geoutet, indem es ihre persönlichen Daten veröffentlichte und sie damit der ganzen Welt zu erkennen gab“, so die Klägerinnen.
Epstein soll nach Erkenntnissen der US-Bundespolizei FBI und des US-Justizministeriums mehr als tausend Minderjährige und junge Frauen missbraucht haben. Teilweise soll er die Opfer an Prominente vermittelt haben. Das US-Justizministerium hatte Ende Jänner mehr als drei Millionen neue Dokumente zu dem Fall veröffentlicht. Zwar wurden zahlreiche Stellen in den Akten geschwärzt, die Namen von Opfern wurden in einigen Fällen jedoch nicht wie vorgeschrieben unkenntlich gemacht.
Die US-Regierung habe inzwischen eingeräumt, mit der Offenlegung „die Rechte der Überlebenden verletzt“ zu haben, und habe die Informationen zurückgezogen, heißt es in der Klageschrift. Bei Online-Diensten wie Google seien die Dokumenten aber weiterhin zugänglich. Bitten der Betroffenen, die Dokumente zu löschen, habe Google bisher ignoriert.
Persönliche Daten weiter auffindbar
Bei Google sind die persönlichen Daten von Epstein-Opfern den Angaben zufolge weiterhin über Suchergebnisse und KI-generierte Inhalte auffindbar. Nach Berichten der „New York Times“ enthalten die Dokumente auch Dutzende Nacktfotos mit nicht unkenntlich gemachten Gesichtern.
Die Überlebenden würden dadurch aufs Neue traumatisiert, heißt es in der Klageschrift. „Fremde rufen sie an, schicken ihnen E-Mails, bedrohen ihre physische Sicherheit und beschuldigen sie, mit Epstein unter einer Decke zu stecken, obwohl sie in Wirklichkeit Opfer Epsteins sind.“
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