Die Gesundheitskasse vermeldet erstaunliche Gebarungszahlen. Statt minus 906 Millionen lag das Defizit für 2025 nur bei 156,3 Millionen Euro. In der Verwaltung wurde gekürzt, betont ÖGK-Obmann Peter McDonald. Doch den großen Brocken stemmen andere ...
Insider vermuten, dass ein Teil der Defizitreduktion auf ein „absichtlich“ zu hoch prognostiziertes Minus zurückzuführen ist. Nichtsdestotrotz bringt allein die Erhöhung der Krankenversicherungsbeiträge für Pensionisten von 5,1 auf 6,0 Prozent ab dem ersten vollen Jahr (2026)
Einsparungen in der Verwaltung
„Seit 2020 haben wir 300 Dienstposten gestrichen und reduzieren um zehn Prozent die Verwaltungsflächen“, sagt McDonald im Gespräch mit der „Krone“. „Weiters haben wir Gehaltsabschlüsse für die Sozialversicherungsmitarbeiter merkbar unter der Inflation abgeschlossen. Wir sparen im eigenen Bereich zuerst.“
„98 Prozent unserer Ausgaben gehen direkt in Versicherungsleistungen, wo wir am Verhandlungstisch mit Ärztekammer, Pharmawirtschaft, Bandagisten und vielen anderen Preise verhandeln. Und in diesem Bereich ist es uns im letzten Jahr gelungen, Kostendämpfungen zu erreichen.“
Zahl der über 65-Jährigen explodiert
Priorisierungen werden auch künftig notwendig sein, denn in den nächsten 25 Jahren wird die Zahl der über 65-Jährigen um 50 Prozent steigen. Und die über 65-Jährigen brauchen doppelt so viele medizinische Leistungen wie Jüngere.
Die aktuelle Gebarungsprognose für die kommenden beiden Jahre sieht nun minus 217,8 Millionen Euro 2026 und minus 398,8 Millionen Euro 2027 vor (in der Februar-Prognose waren es noch -431 bzw. -687 Mio. Euro). Dennoch sah McDonald Anlass zu Warnungen: Der demografische Druck bleibe, dazu komme der Irankrieg, die Energiekrise, die hohe Arbeitslosigkeit und die Zurückhaltung beim Konsum. Es brauche weitere Anstrengungen, um auch in den nächsten Jahren den kommenden medizinischen Fortschritt zugänglich zu machen und die ÖGK leistungsfähig zu halten, etwa durch eine Vervielfachung der Primärversorgungszentren.
Zu viele Medikamentenverordnungen
Der Kassenobmann will als Nächstes die hohe Anzahl von Medikamentenverordnungen prüfen. Genauer hinschauen möchte er auch bei der Häufigkeit von Arztbesuchen, wo Österreich mit 13 pro Versichertem und Jahr europaweiter Spitzenreiter sei. Letzteres sei Teil der Diskussion im Rahmen der Reformpartnerschaft gemeinsam mit Bund, Ländern und Gemeinden.
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