Verhandlungen stocken

„Rotzfrech“: Gewerkschafter droht nun mit Streiks!

Wirtschaft
15.05.2026 11:55
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Von krone.at

Da die Kollektivvertragsverhandlungen in der Elektro-, Chemie- und Papierindustrie stocken, droht Gewerkschafter Reinhold Binder (PRO-GE) nun mit ersten Streiks, sollten die nächsten Verhandlungsrunden in der kommenden Woche keine Fortschritte bringen. Die Schuld sieht Binder bei den Arbeitgebern.

Die Elektronikindustrie, Chemische Industrie und Papierindustrie beschäftigen in Österreich gemeinsam rund 118.000 Menschen. Die Verhandlungen über einen neuen KV-Vertrag brachten hier bislang noch keine Einigung zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern. 

„Rotzfreche Angebote“
Die Schuld sieht Gewerkschafter Binder bei den Arbeitgebern, die die Arbeitnehmerseite mit „rotzfrechen Angeboten“ abspeisen wollen würden, obwohl es in der Industrie wieder bergauf gehe, wie er gegenüber dem „Kurier“ sagte.

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Es liegt an den Arbeitgebern, ihre aktuelle Zugangsweise zu überdenken und damit den Weg für einen sozialpartnerschaftlichen Kompromiss freizumachen.

Aussendung der Gewerkschaften PRO-GE und GPA

Die KV-Verhandlungen stocken: Gewerkschafter Reinhold Binder (PRO-GE) droht mit ersten Streiks.
Die KV-Verhandlungen stocken: Gewerkschafter Reinhold Binder (PRO-GE) droht mit ersten Streiks.(Bild: PRO-GE)

Papierindustrie: Nächster Verhandlungstermin am 21. Mai
In der Papierindustrie (8000 Beschäftigte) endete am 5. Mai die fünfte Verhandlungsrunde ergebnislos. Die Gewerkschaft kündigte daraufhin Betriebsversammlungen in ganz Österreich an. Das Angebot einer Ist-Lohnsteigerung um zwei Prozent, gedeckelt mit 100 Euro bzw. mit 60 Euro in Unternehmen mit Verlust sowie einer Einmalzahlung von 500 Euro für positiv bilanzierende Betriebe, war der Gewerkschaft zu wenig. Das aktuelle Angebot sei im Schnitt schlechter als das vorige. Die Gewerkschaften fordern weiterhin einen Ausgleich der Teuerungsrate von 3,35 Prozent. Am 21. Mai wird in Graz weiterverhandelt.

Auch in der fünften Verhandlungsrunde für den Kollektivvertrag der rund 7500 Beschäftigten der ...
Auch in der fünften Verhandlungsrunde für den Kollektivvertrag der rund 7500 Beschäftigten der Papierindustrie kam es zu keiner Einigung.(Bild: plysuikvv - stock.adobe.com)

In der Chemischen Industrie (50.000 Beschäftigte) endete am 8. Mai die fünfte Runde ohne Ergebnis. Die Gewerkschafter fordern eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 3,5 Prozent, die Arbeitgeber bleiben bei dem Angebot einer Einmalzahlung von 250 Euro. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 21. Mai bzw. 2. Juni geplant.

Elektroindustrie: Gewerkschaften fordern 3,5 Prozent mehr
In der Elektroindustrie (60.000 Beschäftigte) fordern die Gewerkschaften neben einer Erhöhung der Löhne und Gehälter von 3,5 Prozent auch eine bessere Bezahlung für sehr belastende Arbeitszeiten. So soll die Zulage für die zweite Schicht auf 1,50 Euro pro Stunde und für die dritte Schicht auf fünf Euro pro Stunde steigen. Zudem stehen unter anderem eine zusätzliche Pflegefreistellung für Eltern von Kindern mit Behinderung und die leichtere Erreichbarkeit der 6. Urlaubswoche auf dem Forderungsprogramm.

Die Elektroindustrie leitet traditionell die Frühjahrslohnrunde ein, so wie dies die Metaller im Herbst tun.

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