Mit ihrem technoiden Partysong „My System“ eroberte Felicia zuerst die Herzen des schwedischen und nun jene des gesamteuropäischen Publikums. Die „Krone“ kennt ihre Vergangenheit und hat nachgefragt, wie es ihr kurz vor dem Finale geht.
Das optische Versteckspiel von Künstlern ist nichts Neues. Ob mit galanter Schminke wie bei KISS, Corpsepaint-Bemalung wie im Black Metal oder Masken wie bei Ghost, Sido, Cro und Co. – in Zeiten der völligen Online-Offenbarung ist das die letzte Möglichkeit für ein kleines Versteckspiel in der Öffentlichkeit. Die Schwedin Felicia Eriksson verbirgt ihr Antlitz zur Hälfte, da dies einerseits noch als Nachlass aus ihrer musikalischen Vergangenheit rührt und sie sich damit andererseits zumindest zu einem Teil vor Depressionen und öffentlichen Beurteilungen von außen schützt. Mit ihrem technoiden Pop-Stampfer „My System“ gehört die 24-Jährige vielleicht nicht zu den absolute Top-Favoritinnen, den Einzug ins morgige Finale des diesjährigen Song Contests in der Wiener Stadthalle schaffte sie damit aber souverän.
Noch etwas Nachholbedarf
Im „Krone“-Gespräch zeigt sich die Skandinavierin trotz allem durchaus selbstkritisch. „Ich liebe das Bühnenlicht und meine Tänzer, aber bin mit meiner Performance noch nicht zufrieden. Vor allem bei den Dance-Moves habe ich noch immer Aufholbedarf, aber dafür haben wir die Proben ja. Da wird sich noch immer einiges tun.“ Als Felicia Eriksson ist sie noch nicht einmal ein Jahr lang unterwegs. Das heimische Publikum kennt sie unter ihrem Alter Ego Fröken Snusk (zu Deutsch: „Fräulein Dreck“), die vom Musikproduzenten Rasmus Gozzi erfunden wurde und musikalisch dem schwedischen Subgenre EPA-Dunk zuzuordnen ist. Kurz gesagt: Eingängig-elektronische Tanzmusik, die sich mit derben Party- und Sauftexten vermischt. Dazu trat sie stets anonym mit rosa Sturmhaube auf, wurde in dieser Position aber mittlerweile ersetzt, um die eigene Karriere zu forcieren.
Unter ihrem neuen Namen Felicia ist die Maske halbiert, die Lyrics wurden entschärft und die Musik zugänglicher gestaltet. Die Debütsingle „Black Widow“ landete im September 2025 sofort in den schwedischen Charts. Beim schwedischen ESC-Vorentscheid „Melodifestivalen“ qualifizierte sie sich diesen März mit „My System“ für den Song Contest und versucht im Finale große Fußstapfen wie jene von ABBA oder Loreen zu füllen. „Ich liebe es, bei einem normalen Konzert mit dem Publikum in Interaktion zu treten. Wo man zusammen tanzt und singt. Der Song Contest ist ein bisschen wie die Spotify-Version eines Konzerts, weil das Zusammenspiel ganz anders ist, aber man gewöhnt sich mit der Zeit daran.“
Begeistert von der Community
In geografischer Verbundenheit versteht sich Felicia vor allem mit den finnischen und norwegischen Künstlern besonders gut. Bei den Delegationspartys und in der Vorbereitung kam man sich näher und tauschte sich vermehrt miteinander aus. Von der Begeisterung der Community lässt sie sich seit geraumer Zeit mitreißen. „Sobald man die Bühne betritt, gehen die Leute steil und sind voll dabei. Alle Künstler werden gefeiert und es wird kein Unterschied gemacht, wer auf die Bühne geht. Das ist eine ganz besondere, richtig tolle Atmosphäre.“ Vom Druck der schwedischen Erfolge aus der Vergangenheit kann sich Felicia nicht ganz freimachen. „Ich spüre ihn definitiv. Es soll zwar in erster Linie um den Spaß und eine gute Zeit gehen, aber es geht auch um was. Die Schweden haben meinen Song für den Song Contest gewählt. Jetzt geht es darum, dass ich alles gebe und mein Land so gut wie möglich vertrete.“
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