Das Schicksal jenes Mädchens (7) aus dem Tiroler Oberland, das Ende April in einem verwahrlosten und lebensbedrohlichen Zustand in die Klinik Innsbruck eingeliefert wurde, bewegt viele. Die Eltern sitzen in U-Haft und sind hinsichtlich des Tatvorwurfs nicht besonders auskunftsfreudig. Aus der Klinik kommt indes eine Nachricht, die hoffen lässt.
Sein Leben hing am seidenen Faden: Am 28. April wurde das Mädchen von den Eltern in die Innsbrucker Klinik gebracht. „Augenscheinlich verwahrlost und in einem lebensbedrohlichen Zustand“, wie es vonseiten der Polizei heißt. Die Staatsanwaltschaft wurde eingeschaltet.
„Keine Angaben zum Tatvorwurf“
Mittlerweile sitzen die Eltern der Siebenjährigen in der Innsbrucker Justizanstalt in Untersuchungshaft. Ihnen wird grobe Vernachlässigung ihrer Fürsorgepflicht über einen längeren Zeitraum vorgeworfen. Sie sollen es insbesondere unterlassen haben, rechtzeitig die gebotene medizinische Versorgung ihres Kindes zu gewährleisten.
Die beiden Beschuldigten wollen zum Tatvorwurf keine Angaben machen.

Hansjörg Mayr, Sprecher der Staatsanwaltschaft
Bild: Christof Birbaumer
Was sagen die Eltern hinter Gittern dazu? „Die beiden Beschuldigten wollen zum Tatvorwurf keine Angaben machen“, erklärte Hansjörg Mayr, Sprecher der Innsbrucker Staatsanwaltschaft, am Freitag gegenüber der „Krone“.
Die Ermittlungen von Polizei und Justiz laufen jedenfalls weiter auf Hochtouren. Die beschuldigten Eltern sind zumindest bis zur nächsten Haftprüfung in gut eineinhalb Wochen in U-Haft.
„Jede medizinische Versorgung, die nötig ist“
Das Mädchen ist nun in der Klinik Innsbruck in besten Händen. „Sie bekommt jede medizinische Versorgung, die nötig ist“, sagt Johannes Schwamberger, Sprecher der Tirol Kliniken. Und er kann auch Positives berichten. „Es besteht keine akute Lebensgefahr mehr“, erläutert der Klinik-Sprecher. Der Zustand der kleinen Patientin sei stabil.
Es besteht keine akute Lebensgefahr mehr. Ihr Zustand ist stabil.

Johannes Schwamberger, Sprecher Tirol Kliniken
Bild: Tirol Kliniken
Die Behandlung ist allerdings alles andere als einfach. Die Siebenjährige leidet an einer schwer zu behandelnden Hauterkrankung, wie die Staatsanwaltschaft angab. Die Symptome dieser Erkrankung seien bei der Einlieferung in das Krankenhaus extrem ausgeprägt gewesen, hieß es.
„Warum blieb das so lange unbemerkt?“
Im Heimatort der Familie, eine rund 1000-Seelen-Gemeinde im Tiroler Oberland, herrscht nach wie vor Fassungslosigkeit. Der Bürgermeister sprach sogar von einer „Schockstarre“. Der entsetzliche Fall habe den Ort „völlig unvorbereitet getroffen“, hieß es.

Aber wie kann es sein, dass das Leid der Siebenjährigen so lange – beinahe bis zu ihrem Tod – unbemerkt geblieben ist? Das fragen sich auch unzählige „Krone“-User. „Vor allem in einem Dorf, wo praktisch jeder jeden kennt, muss doch so etwas auffallen“, lauteten sinngemäß zahlreiche Kommentare.
Der Vater – Mitte 30 – sei im Dorfgeschehen durchaus präsent gewesen, die Mutter – um die 40 Jahre alt – eher weniger. Die Beschuldigten haben offenbar noch einen kleinen Sohn, der das Kindergartenalter aber noch nicht erreicht habe. Er sei nun auf behördliche Anordnung fremduntergebracht. Das schützende Umfeld einer Schule habe es in diesem Fall nicht gegeben, da sie Siebenjährige daheim unterrichtet worden sei.
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