Eine Umfrage unter Österreicherinnen und Österreichern hat eine bittere Realität abgebildet: Immer mehr Bürger fühlen sich finanziell schlechter gestellt – wie neue Schock-Zahlen zeigen ...
Zwar schätzen 58 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher ihre aktuelle finanzielle Lage „sehr gut“ oder „eher gut“ ein, für 43 Prozent hat sie sich aber seit November verschlechtert. Ein bemerkenswerter Wert!
Lediglich sieben Prozent der Befragten gaben zu Protokoll, dass sich ihre Situation verbessert hätte. Vergangenen November hatten noch 67 Prozent angegeben, dass es um ihre Finanzen zumindest „eher gut“ bestellt sei. Das geht aus einem aktuellen IMAS-Report hervor.
Großteil fürchtet noch schlechtere Zukunft
Und Entspannung scheint nicht in Sicht: Zusätzlich erwartet die Hälfte der Befragten höhere Ausgaben in den kommenden drei Monaten. Besonders Geringverdienende (57 Prozent) und jene, deren Haushaltseinkommen zwischen 3000 und 4000 Euro liegt (58 Prozent), sehen höhere Ausgaben auf sich zukommen. Von denen, deren finanzielle Lage sich im vergangenen Jahr eher verschlechtert hat, rechnen sogar 71 Prozent damit, mehr ausgeben zu müssen.
31 Prozent beschreiben ihre derzeitige finanzielle Lage mit „eher nicht gut“, bei 8 Prozent sieht es „überhaupt nicht gut“ aus, beide Gruppen sind seit November um acht bzw. drei Prozentpunkte gewachsen.
Erwartungsgemäß bewerten sozioökonomisch Bessergestellte (A/B-Schicht) und Gutverdienende (ab 4000 Euro Netto-Haushaltseinkommen) ihre aktuelle Lage am besten. Einpersonenhaushalte und Geringverdienende (bis 2000 Euro Netto-Haushaltseinkommen) sind finanziell am schlechtesten gestellt.
Bei 62 Prozent der ohnehin schon Geringverdienenden hat sich die finanzielle Lage in den vergangenen zwölf Monaten eher verschlechtert, bei 34 Prozent ist sie gleich geblieben und nur vier Prozent berichteten von einer Verbesserung. Auch bei der Hälfte der Einpersonenhaushalte und bei 49 Prozent der niedrigsten sozioökonomischen Schicht wurden die Finanzen dünner. Verbessert hat sich die Liquidität hingegen am meisten bei Dreipersonenhaushalten und Gutverdienenden sowie in der höheren Schicht. Hier steht ein Plus von je elf und neun Prozent zu Buche.
Schulden der Österreicher türmen sich
Dass die Vermögensschere immer weiter auseinandergeht, zeigt auch ein Blick auf die Zahlen der Schuldenberatungen. „Derzeit kämpfen Menschen einfach mit den Ausgaben des täglichen Lebens“, sagte Clemens Mitterlehner, Chef des Verbandes der Schuldenberatungen ASB, kürzlich in Wien. Im abgelaufenen Jahr suchten 21.599 Menschen erstmals eine Schuldenberatung auf – das ist gemeinsam mit den letzten beiden Jahren der höchste Wert seit 2011.
Der häufigste Grund für Überschuldung war auch 2025 der Verlust des Arbeitsplatzes bzw. eine Verschlechterung des Einkommens (36,4 Prozent). Zudem wurden im vergangenen Jahr 8.768 Privatkonkurse eröffnet, rund 70 Prozent davon wurden von einer Schuldenberatung begleitet oder vertreten. Mitterlehner warnte in diesem Zusammenhang vor einer „dramatischen Verschärfung“ in diesem Bereich.
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