„Nicht angeläutet“

Mehr Beschwerden zu Paket- und Telekomdiensten

Digital
25.03.2026 13:04
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Beschwerden über Paket- und Telekomdiensten sind im Vorjahr gestiegen. Vor allem bei den Postschlichtungsverfahren und bei den Empfangsbeschwerden stieg die Zahl der eingebrachten Verfahren, teilte die RTR am Mittwoch mit. Im Telekom-Bereich verzeichnete die Regulierungsbehörde einen Anstieg der Beschwerden bei Betrugs-SMS um 60 Prozent. Eine neue Verordnung soll nun Abhilfe schaffen.

Im Vorjahr wurden 631 Postschlichtungsverfahren bei der RTR eingebracht – um 16 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die mit 433 meisten Verfahren entfielen auf die österreichische Post. Von der Entwicklung her negativer Spitzenreiter war Hermes. Hier stiegen die Verfahren um 250 Prozent auf 109 Verfahren. Wobei sich dieser Zusteller zudem als weniger kooperativ gezeigt habe, merkte RTR-Geschäftsführer Klaus Steinmaurer dazu an.

Die Anzahl der Postempfangsbeschwerden stieg um vier Prozent auf 8540 Fälle. Kritisiert wurde vor allem, dass nicht angeläutet wurde, die Postsendung direkt im Abholshop landete und dass trotz Anwesenheit des Empfängers keine Benachrichtigung erfolgte. Allerdings seien hier die Möglichkeiten der Regulierungsbehörde begrenzt.

„Wir sind kein Gericht“, so Steinmaurer, „Ich kann ihnen nicht helfen, wenn der Postler wieder nicht anläutet.“ Bei den Postdiensten komme hinzu, dass nur der Versender Verfahren anstrengen dürfe. Wobei der Versender sich etwa für die billigere Zustellvariante direkt in den Abholshop entscheide. Sollte eine schriftliche Beschwerde beim Versender erfolglos sein, kann ein Schlichtungsantrag gestellt werden.

Streitwert zwischen 20 und 12.000 Euro
Im Bereich Telekommunikation und Medien gab es insgesamt 1667 Schlichtungsfälle – um acht mehr als im Jahr davor. Nur 83 davon betrafen Medien. Der durchschnittliche Streitwert lag bei 375 Euro. Es gebe Fälle mit einem Streitwert von 12.000 Euro und mit 20 Euro. In 74 Prozent der Fälle kam es zu einer Einigung.

Die meisten Schlichtungsverfahren gab es bei A1, gefolgt von Magenta – allerdings bei beiden Anbietern mit leicht rückläufiger Tendenz. Bei Drei und den Diskontanbietern gab es hingegen etwas mehr Verfahren als im Jahr 2024.

Starker Anstieg bei betrügerischen SMS
Bei den Betrugs-SMS – also die Vorspiegelung falscher SMS-Absender wie Banken, Finanzdienstleister und Behörden – gab es im Vorjahr mit 10.205 gemeldeten Fällen einen Anstieg um 60 Prozent. Mit der SMS-Trust-Verordnung der RTR soll diese Betrugsmasche zumindest eingebremst werden.

Die RTR führt dazu mit 1. Juli ein Register mit vertrauenswürdigen Absenderkennungen ein. Wer eine SMS mit einer entsprechenden Kennung verschicken möchte, muss die Senderkennung über den Mobilfunkanbieter an die RTR schicken. Ab 1. Oktober dieses Jahres werden ausschließlich vertrauenswürdige SMS zugestellt. Die Mobilfunkanbieter unterbinden dann SMS mit alphanumerischen Kennungen aus dem Ausland.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

krone.at
krone.at
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt