Niemand ist sicher

Vorsicht, Zecken lauern überall auf ihre Opfer!

Zecken stechen nicht nur im Wald! Sie halten sich auf Grasflächen, Gebüschen und Sträuchern auf, wo sie auf Menschen und Tiere warten. Die winzigen Krabbeltiere, oft kaum größer als ein Mohnkorn, sind gefährlicher, als es ihr Aussehen vermuten lässt. Und sie fallen auch nicht von den Bäumen! Wir entlarven weitere Mythen.

Streift ein möglicher Wirt an Gräsern oder Ästen vorbei, gelangen Zecken auf die Haut, suchen Stellen wie Kniekehlen, Achseln oder den Haaransatz und stechen dort zu. Die Tierchen können nicht springen und nicht fliegen – und sie lassen sich auch nicht von Ästen fallen. Sie sitzen in Bodennähe auf Gräsern oder Sträuchern und strecken in Lauerhaltung ihre Vorderbeine aus, um sich beim Vorbeigehen abstreifen zu lassen.

Die meisten Stiche passieren im Garten, im Park oder am Wegesrand. Zecken lieben mild-feuchte Mikroklimata. Die finden sie überall. Selbst in Städten ist man nicht sicher, nicht einmal in Ballungszentren wie Wien. Diese vermeintliche Sicherheit ist ein Mythos.

Das Problem dabei: Besonders der Gemeine Holzbock kann Krankheitserreger übertragen. In Untersuchungen wurden bei 25 bis 30 Prozent der getesteten Zecken Borrelien nachgewiesen. Für FSME ist die Rate deutlich niedriger und liegt in Risikogebieten zwischen 0,1 und 5 Prozent.

Unter Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) versteht man eine durch Zecken übertragene Virusinfektion. Dieses Virus gelangt häufig bereits mit dem Stich in den menschlichen Körper, da es im Speichel der Zecke sitzt. Man hat also keine Chance, eine Infektion durch Entfernen des Tiers zu verhindern.

Borrelien brauchen länger für die Ansteckung
Anders bei Borreliose: Man sollte die am Körper gefundenen Spinnentiere so schnell wie möglich entfernen, um die Chancen zu erhöhen, einer Infektion zuvorzukommen, da Borrelien meist 12 bis 24 Stunden benötigen, ehe sie in die Speicheldrüse wandern und übertragen werden.

Und man darf nicht warten, bis sie vollgesogen sind! Je schneller man sie entfernt, desto geringer ist das Risiko einer Übertragung von Erregern wie eben Borreliose.

Sofort entfernen, aber mechanisch!
Zecken sollten überdies keinesfalls mit Öl, Nagellack oder Kleber „erstickt“ werden! Das reizt das Tier und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass es Krankheitserreger in die Wunde „zurück spuckt“. Immer mechanisch entfernen, am besten mit Pinzette oder Zeckenkarte. In der Apotheke nachfragen.

Grundsätzlich ist man mittlerweile nirgendwo mehr sicher! Es gab und gibt Hotspots, an denen ganz besonders viele infizierte Zecken lauern. Doch galten Tirol und Vorarlberg früher als nahezu FSME-frei, so ist das in den vergangenen Jahren nicht mehr der Fall. Durch den Klimawandel ändert sich das Verbreitungsgebiet der Zecken ständig – das gilt nicht nur für die Fläche, sondern genauso für die Höhe. Die Blutsauger wurden vereinzelt schon in Höhen von bis zu 1500 Meter über dem Meeresspiegel gefunden.

Gegen FSME jetzt impfen lassen!
Daher raten Experten zur Impfung gegen FSME, gerade jetzt im Frühling! Laut einer von Ipsos durchgeführten Marktforschungsuntersuchung wiesen im Jahr 2023/2024 jedoch nur noch etwa 60 Prozent der Bevölkerung einen vollständigen FSME-Impfschutz mit drei Teilimpfungen, vor der Pandemie waren es noch 74 Prozent. Besonders besorgt sind Ärzte über die Impfquote bei Kindern bis 15 Jahren. Hier sank die Impfrate 2023/24 auf besorgniserregende 45 Prozent.

Ein weitverbreiteter Irrglaube ist, dass die „Zecken-Impfung“ auch vor Borreliose (durch Borrelia-Bakterien verursacht) bewahrt. Doch das tut sie nicht. Gegen Borreliose gibt es (noch) keine Impfung. Aktuell befindet sie sich jedoch in den letzten Stadien der Entwicklung.

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