Grausame Methoden

Sogar nach Schlaganfall Gelähmte müssen an Front

Außenpolitik
27.05.2026 21:00

Dem renommierten britischen Wochenmagazin „The Economist“ zufolge geht die umkämpfte Ukraine von zwei bis drei weiteren Jahren des Blutvergießens aus. Unterdessen werden die russischen Militärs zunehmend kriegsmüde: Die Lage an der Front sei katastrophal und technologisch könne Moskau mit Kiew nicht mehr mithalten.

Der Krieg ist nun vollends in russische Regionen vorgedrungen, die weit vom Frontgebiet entfernt sind oder als gut geschützt galten. Russische Militärblogger beklagen sich mitunter darüber, dass Moskau Kiew bei den Drohnentechnologien und deren Einsatz deutlich unterliegt. „Bei uns ist alles nur im Fernsehen gut, aber in Wirklichkeit herrscht ein kolossaler technologischer Rückstand. Die Drohnen der ukrainischen Streitkräfte fliegen tausende Kilometer weit“, beschwert sich ein russischer Militär gegenüber dem Exilmedium „Meduza“ und macht dabei auch auf die falsche positive mediale Darstellung durch die Kreml-Propaganda aufmerksam. Aufgrund drohender Repressalien wird seine Identität nicht preisgegeben.

Weniger Ernüchterung dürfte sich beim ukrainischen Präsidenten, Wolodymyr Selenskyj, einstellen. Dieser soll nun befohlen haben, „sich auf weitere zwei bis drei Jahre Krieg einzustimmen“, schreibt „The Economist“ unter Berufung auf Regierungsquellen. Laut den Verfassern des Artikels gibt es keinen Grund daran zu zweifeln, dass die Ukraine so lange kämpfen kann.

Insbesondere wird darauf hingewiesen, dass dies neben den erfolgreichen Drohnenangriffen tief ins russische Gebiet durch die Stabilisierung der Frontlinie, die anhaltende Unterstützung der Europäischen Union und das hohe Tempo der Entwicklung der ukrainischen Verteidigungsindustrie belegt wird.

Zitat Icon

Die Mehrheit versteht: Russland wird nicht siegen, trotz der prahlerischen Reden im Propagandafernsehen.

Russischer Soldat

„Sie sagen direkt, dass wir, Vertragssoldaten, alle sterben werden“
Wie lange sich die russischen Streitkräfte den zynischen Umgang mit ihren eigenen Leuten noch gefallen lassen werden, ist hingegen fraglich. „Sie sagen direkt, dass wir, Vertragssoldaten, alle sterben werden. Tatsächlich stimmt das. Zum Beispiel: Von 80 Personen in unserer Kompanie, die auf Kampfeinsätze gingen, kehrten zwei zurück. Und so ist es die ganze Zeit“, berichtet der Soldat.

Das Leben sei in der russischen Armee absolut nichts wert. Alle zwei Wochen werde „Nachschub“ an die Front gebracht. Darunter Menschen mit Behinderung, HIV oder Hepatitis, nach einem Schlaganfall Gelähmte und betrunkene obdachlose Alkoholiker, die von Bänken aufgelesen wurden.

„Die ,Fleischstürme‘ nehmen kein Ende und ihre Wirksamkeit ist null“, erzählt der Russe weiter. Die Stimmung bei den Soldaten und auch beim jüngeren Offizierskorps sei überhaupt nicht siegreich. „Die Mehrheit versteht: Russland wird nicht siegen, trotz der prahlerischen Reden im Propagandafernsehen. Die Angriffe auf Tuapse, Ust-Luga und Perm waren durchaus zu erwarten. Und es wird noch mehr kommen“, ist sich der Soldat sicher.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.

krone.tv

Top 3
Top Gutscheine
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung