04.12.2021 06:03 |

True-Wireless-Stöpsel

„Shure Aonic Free“: Guter Klang ohne viele Extras

Mit den „Aonic Free“ hat der US-Audiospezialist Shure seine ersten True-Wireless-Ohrhörer ohne Ohrbügel auf den Markt gebracht. Eine „Einsparung“, die durchaus zu begrüßen ist. Dafür fehlen den kompakten Stöpseln im Vergleich zur Konkurrenz an anderer Stelle wichtige Funktionen. Welche, das erfahren Sie in unserem Test.

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Die Shure-Stöpsel sind in einer verhältnismäßig auffälligen roten und der von uns getesteten, dezenteren grauen Metallic-Variante erhältlich. Im Lieferumfang enthalten sind da wie dort je drei verschieden große Schaumstoffpassstücke, die nebst dem nötigen Halt vor allem für Abschottung nach außen sorgen sollen. Shure selbst verspricht eine Dämpfung von bis zu 37 Dezibel, und verzichtet wohl auch deshalb - wie schon bei seinen anderen Stöpseln - ganz bewusst auf eine aktive Geräuschunterdrückung.

Tatsächlich ist es „unter“ den „Aonic Free“ erstaunlich still. Die Stöpsel selbst sitzen zudem auch ohne Bügel fest im Ohr. Dass sie dabei konstruktionsbedingt etwas weiter aus diesem hervorstehen, könnte für „Seitenschläfer“ bzw. all jene, die sich in Bus und Bahn gerne mal mit ihrem Kopf aufs Ohr hauen, mitunter hinderlich sein. Dabei versehentlich die Lautstärke zu verstellen oder den Track zu skippen, ist jedoch ausgeschlossen, verweigert sich Shure doch abermals dem Trend und setzt anstelle einer Touch- auf eine klassische Tastenbedienung.

Mithilfe der beiden dreifach belegten Tasten, eine rechts und eine links an der Oberseite der Stöpsel, erfolgen die bekannten Kommandos (Track vor/zurück, Pause, Lautstärke, Rufannahme, Sprachassistent). Wer mit der voreingestellten Konfiguration nicht zufrieden ist, kann die Tasten-Belegung über die dazugehörige App den individuellen Bedürfnissen anpassen. Hier findet sich auch der Umgebungsmodus, dessen Pegel sich in zehn Stufen regulieren lässt, also von einer nur geringen bis zu einer vollständigen Einblendung der Außengeräusche.

Was die „Aonic Free“ wiederum nicht haben, ist eine automatische Trageerkennung, die dafür sorgt, dass die Wiedergabe bei Entnahme aus dem Ohr automatisch pausiert und fortgesetzt wird, sobald der Stöpsel wieder eingesetzt wird. Durchaus ein entbehrlicher Luxus, der bei den meisten Konkurrenzprodukten inzwischen allerdings zum Standard gehört.

Dem Mitbewerb voraus ist Shure dagegen mit seinem Equalizer, der neben sieben Presets auch die Möglichkeit zur Speicherung individueller Klangprofile erlaubt. Shure selbst verspricht „transparenten Klang in Studioqualität mit tiefen Bässen“, doch gerade Letztere kommen im direkten Vergleich zum Momentum True Wireless von Sennheiser sehr flach daher. Auch sind die Shure relativ leise.

Effekthascherei ist demnach nicht ihres, mit ihrem sehr linearen, ausgewogenen Klang sind die Stöpsel eher etwas für akustische Feinspitze. Dank der erwähnten Presets fühlen sich die Aonic Free mit ein bisschen Feintuning jedoch in praktisch jedem Genre daheim. Auch die Sprachqualität ist exzellent - dafür sorgt nicht zuletzt auch die Unterstützung von Audiocodes wie aptX oder AAC.

Die Laufzeit der „Aonic Free“ liegt bei um die sieben Stunden, das dazugehörige Case hält zwei weitere Ladungen bereit, sodass die Stöpsel in Summe auf respektable 21 Stunden kommen. Und dank einer Schnelladefunktion können Nutzer bereits nach 15 Minuten Ladezeit eine Stunde Musik genießen.

Fazit: Die Shure Aonic Free bieten hervorragenden Klang sowie eine sehr gute Laufzeit zum allerdings auch nicht gerade günstigen Preis von 199 Euro (UVP). Angesichts dieser Marke überrascht es dann schon, dass andernorts bereits zum Standard gehörende Funktionen wie eine aktive Geräuschunterdrückung, Touch-Steuerung oder die automatische Trageerkennung fehlen. Wer auf derartige Extras verzichten kann, macht bei den Shure-Stöpseln allerdings nicht viel verkehrt.

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