Viele niederösterreichische Gemeinden riefen in den heißen Tagen zum Wassersparen auf. In der Waldviertler Gemeinde Pögstall konnte durch Sparmaßnahmen Schlimmeres verhindert werden. Doch nach wie vor ist Sorgfalt angesagt.
Beinahe wäre das Trinkwasser in der Gemeinde Pöggstall im Bezirk Melk zwischen 22 und 4 Uhr ganz abgedreht worden. Der „Worst Case“ konnte gerade noch verhindert werden. Der Pöggstaller Bürgermeister Helmut Hahn rief vor zwei Tagen seine Bürger dazu auf, Gartengießen, Autowaschen und das Nachfüllen von Pools erst einmal zu pausieren.
Hauptproblem Wasseranschluss und Verbrauch
Die drastische Warnung sei notwendig gewesen, nachdem Sparappelle in den Wochen zuvor verhallt waren. Der Wasserverbrauch habe sich dennoch verdoppelt. Normalerweise benötigen die Pöggstaller rund vier Liter Wasser pro Sekunde – „während der Hitzewelle waren es tagsüber bereits rund sechseinhalb Liter pro Sekunde!“, rechnet der Ortschef vor. Sind die Reserven erst einmal aufgebraucht, müsste Wasser aus anderen Gemeinden bezogen werden. „Laut der NÖ Trinkwasserversorgung müsste dieses dann vor dem Gebrauch mindestens drei Minuten abgekocht werden.“ Bis die örtliche Versorgung anschließend wieder behördlich freigegeben wird, könnten sogar Monate vergehen.
„Dieses Szenario wollten wir vermeiden – daher der Appell mit der nächtlichen Abschaltung“, betont Hahn. Die Gemeinde hielt sich auch daran und: „In der ersten Nacht stieg der Hochbehälter um 40 cm und Dienstagnacht um 1,35 Meter.“ Auch der örtliche Tennisplatz werde nur mehr mit „Nutzwasser“, das nicht trinkbar ist, bewässert, genauso wie der Friedhof und der beliebte Pöggsteiner Edelsteinpark.
„Weiter sorgsam umgehen“
Der Bürgermeister weist nun darauf hin, dass die Gefahr noch nicht gebannt sei: „Daher ersuche ich Sie weiterhin um Verständnis, Vernunft und Ihre Mithilfe beim sparsamen Umgang mit unserem Trinkwasser.“ Auch in den kommenden Tagen und Wochen könnte es sehr schnell wieder knapp werden bei lang anhaltender Hitze. Pöggstall ist aber kein Einzelfall, auch andere Gemeinden kommen in der extremen Hitze nach und nach an ihre Grenzen.
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