Eine Person tot

Griechenland: Anschlag auf Politiker-Wohnhäuser

Ausland
01.07.2026 22:41

Mittwochfrüh sind in der griechischen Stadt Thessaloniki mehrere selbst gebaute Sprengsätze detoniert. Dabei wurde eine Person tödlich verletzt, vier weitere mussten im Spital behandelt werden. Die Angriffe waren offenbar gegen Politiker der konservativen Regierungspartei Nea Dimokratia gerichtet. Denn die Explosionen ereigneten sich in der Nähe ihrer privaten Wohnhäuser.

Bei dem Todesopfer handelt es sich dem Vernehmen nach um die Mutter der ehemaligen Parteikandidatin Afroditi Nestora, teilte am Mittwochabend das Krankenhaus mit, in dem sie behandelt worden war. Vier weitere Menschen, darunter die Politikerin selbst, ihr Vater und zwei weitere Bewohner des Gebäudes, wurden Behördenangaben zufolge verletzt. Die unbekannten Täter setzten selbst gebaute Brandsätze mit Gaskartuschen ein. Bei einem der insgesamt drei Anschläge gerieten mehrere Autos und Motorräder in Brand.

Die Nachrichtenplattform „Kathimerini“ hatte zuvor berichtet, dass Nestoras Eltern verletzt und ins Krankenhaus gebracht worden seien. Als weitere Anschlagsziele wurden der Vorsitzende des Parteivorstands, Sisis Ioakimovic, und der ehemalige Abgeordnete Savvas Anastasiades genannt.

Der Ministerpräsident spricht von einem „feigen, mörderischen Angriff“.
Der Ministerpräsident spricht von einem „feigen, mörderischen Angriff“.(Bild: AFP/SAKIS MITROLIDIS)

Ministerpräsident: „Feiger, mörderischer Anschlag“
Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis äußerte sich „empört“ und sprach von einem „feigen, terroristischen und mörderischen Anschlag“. Er wollte Thessaloniki später besuchen, um seinen Parteikollegen beizustehen. Nach der Bekanntgabe des Todes einer der Verletzten erklärte Mitsotakis, dies „bestätigt den mörderischen und unmenschlichen Charakter der blinden Gewalt, die im öffentlichen Leben existiert“.

Aufnahmen zeigen drei Verdächtige
Die Polizei äußerte sich bisher nicht zum Motiv. Sie vermutet dieselben Täter hinter allen Anschlägen. Derzeit wird das Videomaterial ausgewertet. Mindestens drei Personen sollen demnach beteiligt gewesen sein, da die Aufnahmen zwei Verdächtige auf einem Motorrad zeigen, die die Brandsätze platziert haben, sowie einen weiteren Motorradfahrer, der Schmiere gestanden ist. Selbstgebaute Sprengsätze werden in Griechenland häufig von linksextremen und anarchistischen Gruppierungen verwendet. Ziele sind häufig Politiker, Behörden, Polizeidienststellen, Banken und Unternehmen.

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