Gewaltiges Projekt

BMW R 18 „The Wal“: Riesenboxer im Mad-Max-Design

Motor
09.11.2021 12:00
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die BMW R 18 mit ihrem 1,8-Liter-Zweizylinder-Boxermotor ist auf eine Art ein zweirädriges Schiff, angetrieben von benzinbefeuerten Schiffsdiesel, könnte man sagen. So monumental ist der Münchner Cruiser. Und sie ist vielseitig, es gibt sie bereits in mehreren Varianten. Nun hat ein Customizer seine Variante davon zusammengedengelt und bleibt damit im Wassermetier - denn er nennt das Ergebnis „The Wal“.

Shinya Kimura ist der dritte Kreative nach Roland Sands und Dirk Oehlerking, der in BMW-Auftrag Hand anlegt an dem prächtigen Cruiser-Bike mit den beiden riesigen, chromglänzenden Zylindern.

Er hält sich bei seinen Projekten grundsätzlich nicht lang auf mit Skizzen, Zeichnungen, Blaupausen oder Mockups. Seine Bikes entstehen „hands-on“, aber natürlich hat er eine Vorstellung davon, wie das Ergebnis aussehen soll, denn in der Regel soll es ja einem Kunden gefallen. In diesem Fall kst er quasi sein eigener Kunde.

„Die R 18 habe ich ganz für mich selbst gebaut. Als ich die serienmäßige R 18 gefahren bin, dachte ich, dass sie vielleicht besser zu meiner Statur und zu meinen fahrerischen Vorlieben passt, wenn ich sie mit einer Verkleidung etwas frontorientierter konzipiere. Ich beschloss, Rahmen, Räder und Bereifung sowie Federelemente und Bremsen zu übernehmen, weil ich nach dem Fahren nicht das Bedürfnis verspürte, sie zu ändern. Zudem wollte ich, dass ich mit meiner R 18 auch lange Strecken fahren kann, während ich den legendären Boxermotor spüre und genieße. Sehr wichtig war mir, die beiden Charaktere der R 18 zu erhalten, so wie ich sie beim Fahren erlebt habe. Dank ihres gewaltigen Motors ist sie einerseits wild und von nahezu unerschöpflicher Kraft, andererseits aber doch völlig gutmütig. Wie ein Wal eben, daher der deutsche Tiername für diese R 18, die für mich so etwas wie ein ‚Sports Endurancer‘ ist“, erklärt Kimura.

Der „Sports Endurancer“ tritt bei Kimuras R 18 „The Wal“ formensprachlich unmissverständlich zu Tage. Dafür sorgen ein größerer und gegenüber dem Original völlig anders gestalteter (und an die vier Liter vergrößerter) Tank, ein langgestreckter, harmonisch gerundeter Sitzbankhöcker sowie eine Halbschalenverkleidung.

„Außerdem habe ich die Fußrasten um etwa zwei Zoll nach hinten verlegt, um mehr Flexibilität für die Position der Beine zu erhalten. Gleichzeitig senkte ich die Position des Lenkers ab und änderte die Sitzbank. Das Sitzpolster wurde ebenfalls von mir entworfen und dann von Backdrop Leathers in Japan handgefertigt. Alles zusammen ergab schließlich eine sehr natürliche Körperhaltung.“

Die Halbschalenverkleidung beherbergt zwei asymmetrisch angeordnete Scheinwerfer, die fast wie Augen anmuten und Kimuras R 18 zusammen mit einem darunter eingearbeiteten „Gebiss“ mit etwas Fantasie tatsächlich die Anmutung eines Wals verleihen. Passend zum Thema „The Wal“ sind auch die Farbgebung und die grob strukturierte Lackoberfläche gewählt.

Wirklich spannend wäre es, wenn BMW solche Bikes in Serie bringen würde - aber damit ist leider nicht zu rechnen …

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