22.09.2021 10:57 |

Verbrenner-Ausstieg

Klimaaktionisten klagen gegen BMW und Mercedes

Die sogenannte Deutsche Umwelthilfe (DUH) „genießt“ einen zweifelhaften Ruf, was den Umweltschutzgedanken betrifft. Zu oft hat sie Klagen angestrengt mit dem wahrscheinlichen Ziel, sich darüber selbst zu finanzieren. Nun haben die selbsterklärten Klimaschützer zwei neue Klagen eingebracht: gegen BMW und Mercedes wegen angeblich unzureichendem Klimaschutz.

Die Organisation wirft den Autobauern vor, sich nicht auf den Ausstieg von Verbrennungsmotoren bis zum Jahr 2030 festgelegt zu haben. „Es ist genauso eingetreten, wie wir es uns gedacht haben“, sagte DUH-Anwalt Remo Klinger dem „Handelsblatt“.

Die Klageschriften seien deswegen jeweils an die Landgerichte in München und Stuttgart rausgegangen. Klinger kündigte zudem an, die Klage gegen den Öl- und Gaskonzern Wintershall gehe ebenfalls zeitnah an das Landesgericht Kassel.

Autohersteller bekennen sich klar zum Klimaschutz
Die DUH hatte von BMW und Mercedes eine Unterlassungserklärung gefordert, in der sich die Konzerne unter anderem verpflichten, ab 2030 keine Pkw und leichte Nutzfahrzeuge mit Verbrennungsmotor mehr zu bauen. „Wir haben längst eine klare Erklärung für den Spurwechsel zur Klimaneutralität abgegeben“, zitiert das „Handelsblatt“ aus einem Antwortschreiben von Mercedes an die DUH. BMW erklärte, man übernehme bereits „umfassende Verantwortung.“ Ein privater Rechtsstreit könne den demokratischen Prozess über die Parlamente nicht ersetzen.

DUH verlangt mehr als das Pariser Abkommen
Anfang September hatten die DUH und der Umweltverband Greenpeace bereits angekündigt, die Autokonzerne und Wintershall verklagen zu wollen. Konkret verlangen die Verbände mit Verweis auf die Vorgaben des Pariser Klimaschutzabkommens einen Ausstieg der Autobauer aus Verbrennungsmotoren bis 2030. Die EU-Kommission hat zur Umsetzung der Klimaziele allerdings 2035 als Frist vorgeschlagen, ab der nur noch emissionsfreie Neuwagen zugelassen werden sollen. Wintershall soll sich verpflichten, ab spätestens 2026 keine neuen Öl- und Gasfelder mehr zu erschließen - der Versorger hat CO2-Neutralität bis 2030 in Aussicht gestellt.

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