Kärntner mittendrin

„Tutto Gas“-Einsatz: „Wie Kirchtag – nur extremer“

Kärnten
26.05.2026 17:00

„Tutto Gas“ – und zwei Polizeikräfte aus Villach waren mittendrin statt nur dabei. Der SIG-Beamte Martin und die Fremdenpolizistin Rebecca ziehen mit der „Krone“ ihre persönliche Einsatzbilanz.

Zum bereits sechsten Mal war der Villacher SIG-Beamte Martin M. im „Tutto Gas“-Einsatz in Lignano. Ihn kann nichts mehr überraschen oder schockieren: „Es war der übliche ,Tutto Gas’-Wahnsinn. Da spielt es auch keine Rolle, ob 1000 oder 20.000 Partygäste vor Ort sind – es reichen ein paar, die sich nicht unter Kontrolle haben“, erklärt der Kärntner Polizist, der in jüngeren Jahren auch selbst privat regelmäßig beim Pfingstfest dabei war.

Die Austro-Polizeikräfte Michael, Cornelia, Martin und Rebecca (von links) vor ihrer Abreise ...
Die Austro-Polizeikräfte Michael, Cornelia, Martin und Rebecca (von links) vor ihrer Abreise nach Italien(Bild: Dexl/Polizei)
Lignanos Bürgermeisterin Laura Giorgi begrüßte die österreichische Delegation an deren ersten ...
Lignanos Bürgermeisterin Laura Giorgi begrüßte die österreichische Delegation an deren ersten Einsatztag.(Bild: Lignano Sabiatoro)
Einsatzbesprechung in der Polizeizentrale von Lignano
Einsatzbesprechung in der Polizeizentrale von Lignano(Bild: Klaus Loibnegger)
Die Villacher Fremdenpolizistin Rebecca (li.) mit ihrer Wiener Kollegin Cornelia im ...
Die Villacher Fremdenpolizistin Rebecca (li.) mit ihrer Wiener Kollegin Cornelia im Vermittlungseinsatz(Bild: Klaus Loibnegger, Krone KREATIV)
SIG-Polizist Martin im Einsatz als „Verbindungsbeamter“ zwischen Partygast und den ...
SIG-Polizist Martin im Einsatz als „Verbindungsbeamter“ zwischen Partygast und den Italo-Kollegen(Bild: Klaus Loibnegger, Krone KREATIV)

„Die Feierkultur hat sich mittlerweile allerdings leider stark ins Negative entwickelt. Wir wussten damals, wann genug ist – hatten Respekt vor Autoritäten und wären nie auf den Gedanken gekommen, auf Polizisten loszugehen oder irgendetwas mutwillig zu zerstören.“ Wenngleich im Zuge dessen erwähnt sein soll, dass es heuer zumindest bei Sachbeschädigungen weniger Vorfälle gegeben hat.

(Bild: Krone KREATIV/stock.adobe.com)

Beamte als beliebtes Fotomotiv
Was vor allem an der Aufstockung der Privat-Securitys lag, die vor Hotels und Bars stationiert waren. Und diesmal hart durchgegriffen haben. Polizei-Inspektorin Rebecca von der Fremdenpolizei Villach feierte ihr „Tutto Gas“-Debut. Geschockt war die junge Beamtin allerdings nicht: „Mir ist ja schon im Vorfeld viel berichtet worden. Außerdem bin ich ja auch den Villacher Kirchtag gewohnt. Und im Prinzip ist es von den Herausforderungen das Gleiche – nur eben eine Stufe extremer“, erklärt die junge Polizistin. Die auch im nächsten Jahr wieder gerne mit an Bord wäre, würde sie gefragt werden.

Und als wären die Einsätze untertags und in der Nacht nicht fordernd genug gewesen, hatten die Austro-Beamten auch noch „Star-Verpflichtungen“. Denn quasi im Minutentakt wurden sie um ein Selfie gebeten. Nervig? „Nein – grundsätzlich freut es uns ja, wenn wir als Polizei bei den jungen Österreichern gut ankommen und als ,Freund und Helfer’ akzeptiert werden. Da kann man schon ein Foto machen – aber natürlich nur, wenn es die Zeit bzw. die Einsätze erlauben“, so Revierinspektor Martin.

Für „Nachwehen“ länger vor Ort
Der mit seiner Kollegin erst am Dienstag wieder die Heimreise nach Kärnten angetreten hat. „Wir waren noch für die üblichen ,Nachwehen’ vor Ort – Hilfestellungen bei Diebstahlsanzeigen und so weiter. Zudem hatten wir noch einen Vermisstenfall, der aber zum Glück aufgeklärt wurde.“ Ruhepause gibt es für die beiden keine – am Mittwoch stehen sie wieder im Normaldienst.

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