Neu in Österreich

So werden Pflegezentren jetzt zu Energie-Pionieren

Burgenland
26.05.2026 16:30

Der Energieversorger Burgenland Energie und der Samariterbund, eine der größten Gesundheits- und Sozialorganisationen des Landes, machen gemeinsame Sache. Sie schaffen Österreichs erste energieunabhängige Pflegeeinrichtungen und wollen auch andere Pflege- und Gesundheitszentren dazu animieren.

Wäre der Gesundheitssektor ein eigenes fiktives Land, wäre er der fünftgrößte Emittent von Treibhausgasen weltweit. Die Gründe dafür liegen auf der Hand. In Krankenhäusern wird rund um die Uhr Strom benötigt, um Operationssäle, Labore und Intensivstationen zu heizen, zu kühlen und zu belüften. Einweghandschuhe, -spritzen und -masken verursachen enorme Mengen Abfall. Wasserverbrauch, sterile Verpackungen und aufwendige Hygieneprozesse erhöhen den ökologischen Fußabdruck zusätzlich.

Auch in Pflegeeinrichtungen ist das nicht anders. Doch der Samariterbund legt in seinen Pflegekompetenzzentren schon seit Langem Wert auf Nachhaltigkeit. So etwa werden mit den Bewohnern grüne Oasen geschaffen, die neben gelebter Biodiversität einen therapeutischen Mehrwert haben. In der Verpflegung wird auf regionale und saisonale Produkte geachtet, bei Haushalts- und Reinigungsarbeiten konsequent auf den schonenden Umgang mit Ressourcen. Außerdem wurden bereits in etlichen Samariterbund-Häusern Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern installiert.

Andreas Balog und Monika Pinzker vom Samariterbund stellten mit Andreas Sharma im ...
Andreas Balog und Monika Pinzker vom Samariterbund stellten mit Andreas Sharma im Pflegekompetenzzentrum Siegendorf ihren Plan vor.(Bild: Petra Klikovits)

„Stark und unabhängig mit der Samariterkraft“
Um den stetig wachsenden Strombedarf decken und energieautark und klimaneutral handeln zu können, entsteht nun mithilfe der Burgenland Energie auch eine eigene Energie-Gemeinschaft namens „Samariterkraft“. Gestartet wird im Juli mit der Region Ostösterreich. Dazu zählen zehn Standorte im Burgenland und jeweils ein Standort in Niederösterreich und der Steiermark. „Alle Gebäude, die mit PV-Anlagen ausgestattet sind, werden Strom einspeisen, der dann auch an anderen Standorten innerhalb der Gemeinschaft zur Verfügung steht. So wird Energie effizient verteilt“, erklärt Geschäftsführer Andreas Balog, der „Strom günstig und krisensicher beziehen“ will.

Das innovative Energieunabhängigkeitskonzept enthält zudem Speicher im Gebäude, um den selbst erzeugten Strom auch abends nutzen zu können. „Ebenfalls inkludiert sind eine Notstromfunktion für den Fall eines Blackouts sowie E-Ladestationen für Autos und Fahrräder“, so Stephan Sharma, CEO der Burgenland Energie.

Um nachhaltig zu leben, wurde auch eine Kräuterspirale gestaltet.
Um nachhaltig zu leben, wurde auch eine Kräuterspirale gestaltet.(Bild: Petra Klikovits)
Stephan Sharma mit „Herrn Franz“. Er ist mehr als 90 Jahre alt und einer von insgesamt 30 ...
Stephan Sharma mit „Herrn Franz“. Er ist mehr als 90 Jahre alt und einer von insgesamt 30 Bewohnern im Pflegekompetenzzentrum in Siegendorf. Den Naturgarten, der vor seinem Bungalowzimmer blüht, hat er selbst angelegt.(Bild: Petra Klikovits)

Lohnende Investition
Die Gründung der Energiegemeinschaft kostet 4000 Euro. In der Folge soll das vielversprechend klingende Pionierprojekt auf ganz Österreich ausgerollt werden: „Wir gehen im Pflegebereich mit diesem Zukunftsmodell bundesweit beispielgebend voran.“

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