Fr, 22. Juni 2018

Spielerisch töten

16.09.2016 12:58

Syrische Kämpfer steuern MG mit PS2-Controller

Das Blutvergießen in Syrien nimmt kein Ende. Und je länger der Bürgerkrieg dauert, desto erfinderischer werden die Kämpfer. Diesen Schluss legt zumindest ein neues Video aus Syrien nahe, das Kämpfer dabei zeigt, wie sie ein auf einem Dach montiertes Maschinengewehr aus sicherer Deckung mit einem PlayStation-Controller steuern.

Das Video auf Twitter (oben starten), das offenbar von einem lokalen syrischen TV-Sender stammt, zeigt militante Rebellen, die mit ihrer ferngesteuerten Kanone auf Truppen des Machthabers Bashar al-Assad schießen wollen.

Im Video demonstrieren sie, wie sie die am Dach eines Hauses montierte und mit einer Kamera ausgerüstete Waffe mit dem Gamepad steuern. Die Rebellen selbst sitzen in sicherer Deckung, können von den Soldaten, die sie mit ihrer Kanone aufs Korn nehmen, selbst also nicht beschossen werden.

"Lasst uns PlayStation spielen!"
Das Video vermittelt einen Eindruck davon, wie abgestumpft die Kämpfer nach jahrelangem Bürgerkrieg bereits sind. Als sie feindliche Soldaten töten wollen, sagt einer: "Wir sind fertig. Lasst uns PlayStation spielen!"

Assads Soldaten werden im Video als "Schweine" bezeichnet, die eigenen Kämpfer - welcher Rebellenorganisation die Kämpfer angehören, ist nicht bekannt - nennen die Männer mit der ferngesteuerten Maschinenkanone "Brüder".

Auch Rebellenpanzer wird mit Gamepad gesteuert
Auch, wenn sie ein bizarrer Anblick sind: Controller von Spielkonsolen sind im syrischen Bürgerkrieg kein allzu ausgefallenes Steuergerät für Waffen. Bereits vor einigen Jahren wurde bekannt, dass syrische Rebellen einen Panzer konstruiert haben, der ebenfalls mit einem PlayStation-Controller gesteuert wird.

Der Panzer verfügt über ein 7,6-Millimeter-Maschinengewehr mit Kameras auf dem Dach, das mittels Gamepad ferngesteuert wird. Gut möglich, dass dieser Panzer der Vorläufer des ferngesteuerten Maschinengewehrs war, das nun von syrischen Dächern auf Assads Soldaten schießt.

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