Vor drei Monaten hatte Elon Musk angekündigt, nach Christopher Nolans Kinohit „Die Odyssee“ eine eigene KI-Version des antiken Epos zu erstellen. Nun hat Grok Imagine auf der Plattform X Einblicke in die Entstehung gegeben. Kurz zuvor hatte der Bild- und Videogenerator von Musks Unternehmen xAI eine erste Episode des Projekts veröffentlicht – und dafür Kritik und Spott geerntet.
Der britische „Guardian“ titelte etwa, die Interpretation sei die „langweiligste und sinnloseste“ Antwort, die man sich auf Nolans Epos vorstellen könne. Ein Autor des „Forbes“-Magazins schrieb, das Video sei „einfach furchtbar. Es ist fast schon lächerlich unangenehm, mit gestelzten Dialogen und leblosen Figuren.“ Auch andere Kommentare fielen überwiegend negativ aus.
Eigentlich „abendfüllenden Film“ angekündigt
In den rund sieben Minuten der mithilfe von Künstlicher Intelligenz generierten Folge ist zu sehen, wie Odysseus anfangs vorgibt, verrückt zu sein, um nicht im Trojanischen Krieg zu kämpfen. Die Täuschung fällt aber auf und er willigt ein, nach Troja aufzubrechen.
Auf X veröffentlichte Grok Imagine jetzt eine Art Anleitung, wie die Szenen und die Dialoge in Zusammenarbeit mit dem Produktionsstudio Wonder Studios und Regisseur Dev Walker entstanden sind. Ein kleines Team aus drei bis fünf Kreativen produziert demnach die Episoden.
Eigentlich hatte Musk im Juli einen Film und keine einzelnen Folgen angekündigt. Damals schrieb der Tech-Milliardär auf X: „Noch vor Ende des Jahres wird Grok Imagine einen abendfüllenden Film über die Odyssee machen, der historisch korrekt ist und Homers Werk gerecht wird.“
Kritik an Darstellung von Helena
Die antike Dichtung von Homer in der „Odyssee“ ist allerdings kein historischer Bericht. Das Epos handelt unter anderem von Zauberei, Zyklopen und Sirenen. Was Musk unter historisch korrekter Darstellung versteht, ließ er in seinem Post offen. Er hatte aber bereits kritisiert, dass im Nolan-Film die Rolle der mythischen Figur der Helena „in einem grundlegenden Werk der europäischen Literatur“ von einer schwarzen Frau (Lupita Nyong‘o) gespielt werde.
„Die Odyssee“ gehört zu den großen Kinohits des Jahres. Weltweit spielte der Film seit seinem Start im Sommer laut der Branchen-Webseite „Box Office Mojo“ knapp 1,8 Milliarden US-Dollar ein. In dem Film nach Homers Epos verkörpert Matt Damon den griechischen Helden Odysseus auf dessen Heimreise nach dem Trojanischen Krieg, die von Stürmen, Kämpfen und mythischen Gefahren geprägt ist.
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