Nur Basis lädt langsam

Skoda Epiq: Viel Platz und zwei Scheiben voraus

Motor
14.09.2026 00:00

Mit Enyaq und Elroq hat Skoda in Österreich Platz zwei bei den Elektroauto-Neuzulassungen erobert, der siebensitzige Peaq und das Kompakt-SUV Epiq sollen ab 2. Oktober noch eins drauf setzen. Die „Krone“ ist den kleinen Stromer schon gefahren. Und der hat etwas, was die MEB-Plus-Plattformgeschwister nicht haben.

Und das ist zu erst einmal überraschend viel Platz: Mit 4,17 Meter ist der Epiq sogar um 7 Zentimeter kürzer und 3 Zentimeter niedriger als der Skoda Kamiq, bietet aber mit 475 Liter Kofferraumvolumen stattliche 75 Liter mehr als der Verbrenner-Bruder. Obendrein gibt es trotz Vorderradantrieb – im Gegensatz zu Elroq und Enyaq – unter der Fronthaube einen „Frunk“ mit 28 Liter Stauraum.

Sieben Zentimeter kürzer als der Kamiq, aber innen geräumiger.
Sieben Zentimeter kürzer als der Kamiq, aber innen geräumiger.(Bild: Škoda Auto)

Weil der Radstand auf 2,6 Meter gestreckt wurde, haben die Passagiere auch auf der Rückbank ordentlich Kniefreiheit, die Beine müssen wegen der Batterien im „Keller“ etwas weiter angewinkelt werden. Wem der Platz im Innenraum trotzdem nicht reicht, der kann einen Anhänger mit 750 (ungebremst) bzw. 1200 Kilogramm (grebremst) anhängen. Allerdings nur in der Topversion mit den 52-kWh-Akkus und 211 PS. Die beiden anderen Akku- bzw. Motor-Varianten dürfen maximal 750 Kilogramm ziehen.

Erstmals ein Skoda mit „Frunk“.
Erstmals ein Skoda mit „Frunk“.(Bild: Škoda Auto)
Der Kofferraum fasst stattliche 475 Liter.
Der Kofferraum fasst stattliche 475 Liter.(Bild: Škoda Auto)

Zwei Akkus, drei Motoren
Da sind wir auch schon beim Antrieb: Zwei Akkus und drei Motorisierungen stehen zur Wahl, das ist wie beim Plattform-Bruder VW ID. Polo. Den Einstieg bildet auch hier, erstmals bei Skoda, eine Lithium-Eisenphosphat-Batterie (LFP) mit 37kWh (netto) Kapazität. Die lässt sich mit zwei Antrieben verbinden: Der Epiq 35 kommt mit 85 kW/116 PS, damit wird der Hunderter-Sprint in beschaulichen 11 Sekunden absolviert.

Auch beim DC-Laden geht es hier gemütlicher zu: Nur 50 kW werden maximal aus dem Schnelllader gesaugt, da muss der Epiq gegenüber der Basis des ID. Polo zurückstecken. Aber das reicht immerhin für 33 Minuten von 10 auf 80 Prozent. Beim AC-Laden gibt es keine Kompromisse, da wird immer dreiphasig mit bis zu 11 kW getankt.

Zwei Akkus und drei Motoren stehen zur Wahl.
Zwei Akkus und drei Motoren stehen zur Wahl.(Bild: Škoda Auto)

Mit 310 Kilometern liefert der Epiq 40 dieselbe Reichweite wie die Basis, hier wird der 37-kWh-Akku jedoch mit einem 99 kW/135 PS starken E-Motor verbunden. In 9,8 Sekunden geht’s aus dem Stand auf Hundert, auch hier wird bei 150 km/h abgeregelt. Dafür wird beim Laden weniger gedrosselt: Mit bis zu 90 kW geht es binnen 25 Minuten von 10 auf 80 Prozent.

Der Epiq zeigt Kante bei den kompakten E-SUVs.
Der Epiq zeigt Kante bei den kompakten E-SUVs.(Bild: Škoda Auto)

Wärmepumpe wird nachgereicht
Der Epiq 55 hat eine „klassische“ Lithium-Ionen-Batterie mit Nickel-Mangan-Cobalt (NMC) im Unterboden, 52 kWh Netto-Kapazität reichen für bis zu 441 Kilometer. Bei unserem Erstkontakt lagen wir im Bereich des Normverbrauchs von 13,7 kWh/100 km, zügig gefahren, jedoch ohne flotter Autobahn-Fahrt. Apropos: In 7,1 Sekunden wird der Hunderter geknackt, erst bei Tempo 160 abgeregelt. Und auch am Schnelllader geht es rascher zur Sache: 105 kW sind hier das Maximum, in 24 Minuten wird der Akku von 10 auf 80 Prozent befüllt. Eine stromsparende Wärmepumpe ist übrigens erst in ein paar Wochen bestellbar.

Auf der Rückbank gibt es reichlich Platz.
Auf der Rückbank gibt es reichlich Platz.(Bild: Škoda Auto)

Ein Pedal reicht
Und wie fährt sich das? Obwohl wie beim ID. Polo eine Verbundlenker-Achse am Heck sitzt, geht es sehr komfortabel zu. Unebenheiten werden weggebügelt, ohne dass das Kompakt-SUV schwammig wirkt, selbst in Kurven. Das passt zur Lenkung, die ausreichend direkt werkt und gute Rückmeldung darüber gibt. Die Rekuperation reicht bis zum Ein-Pedal-Fahren, wenn man den Schaltstock in Stellung „B“ bringt, in der Topversion warten hinter dem Lenkrad sogar Paddles für die Stärke der Verzögerung. Apropos: Der Epiq hat sogar vier Scheibenbremsen – das sind zwei mehr als bei seinen MEB-Plus-Geschwistern VW ID. Polo und Cupra Raval.

Das Tachodisplay ist klein, aber der Zentralbildschirm immer 13 Zoll groß.
Das Tachodisplay ist klein, aber der Zentralbildschirm immer 13 Zoll groß.(Bild: Škoda Auto)

Den kleinen Tacho kennen wir
Dafür muss man beim Tachodisplay einen Abstrich machen: Während der Fahrer bei ID. Polo und Raval einen 10,25 Zoll großen Bildschirm erblickt, sitzt im Skoda hinter dem Lenkrad ein 5,3-Zoll-Screen. Den kennen wir noch von der ersten Generation der ID.-Modelle. Allerdings gibt es auch hier die wichtigsten Infos, und im Gegensatz zu chinesischer Konkurrenz in gut lesbarer Größe dargestellt. Das Infotainment ist immer im Format 13 Zoll – in der Basis wird hier bloß das Smartphone kabellos gespiegelt, sonst gibt es ein Google-basiertes System mit Echtzeit-Navi. Praktisch bei Routenplanung mit Ladestopp-Empfehlung.

Das Infotainment mit Navi ist Google-basiert.
Das Infotainment mit Navi ist Google-basiert.(Bild: Skoda)

Unter dem Zentraldisplay findet sich auch der berühmt-berüchtigte Touch-Slider für die Lautstärke, im Epiq ist er allerdings beleuchtet. Danke, so ist er durchaus praktisch. Zum Thema Beleuchtung: In der Top-Version glühen sogar Matrix-LED-Scheinwerfer aus der Front, sonst LED-Strahler.

Sogar „Leder“ am Armaturenbrett
Ein paar Tasten für die wichtigsten Funktionen wie Fahrmodus, Assistenten oder Klimasteuerg haben die Tschechen auch noch eingebaut, eingebettet in ein Cockpit, das von der Materialanmutung eine Klasse höher angesiedelt ist. Viel geschäumte Kunststoffe, in der Top-Austattung wird das Armaturenbrett sogar mit „veganem Leder“ veredelt. In der „First Edition“ gibt es zum Marktstart zudem noch orange Akzente an Front, A-Säule, Außenspiegeln, den Gurten und den exklusiven 20-Zoll-Alus. Die Basis rollt übrigens auf 17 Zoll in Stahl los, sonst sind 19 Zoll-Alus das Maximum.

Die „First Edition“ bietet orange Akzente – und exklusive 21-Zoll-Alus.
Die „First Edition“ bietet orange Akzente – und exklusive 21-Zoll-Alus.(Bild: Škoda Auto)
(Bild: Andrea Lhotakova)

Und es wäre kein Skoda, gäbe es nicht auch noch Gadgets aus der Abteilung „Simply Clever“: Der Regenschirm in der Fahrertür hat es auch in den Epiq geschafft, ebenso der Eiskratzer und der Tickethalter in der Frontscheibe. Wirklich schlau ist der Kabel-Reiniger, falls das Ladekabel im Regen oder Schmutz gelümmelt ist.

Viel Auto für den Preis
Den Schmutz aus den Augen muss man sich beim Preis reiben: Für 26.880 Euro, mit allerlei Boni von Importeur Porsche Austria sogar nur 19.980 Euro, bekommt man jede Menge Elektroauto. Der Einsteiger mit 37-kWh-Akku und nur 50 kW Ladeleistung wird wohl eher als Stadtflitzer im Einsatz sein, der Epiq 55 ab 33.280 Euro taugt dank 441 km Reichweite und schnellerem Lade-Speed durchaus auch als Reise- und Familienauto.

Die Tasche für das Ladekabel ist „Simply Clever“, noch schlauer ist der Kabel-Reiniger.
Die Tasche für das Ladekabel ist „Simply Clever“, noch schlauer ist der Kabel-Reiniger.(Bild: Škoda Auto)

Fahrzit
Der Skoda Kamiq bietet die für den VW-Konzern neuen LFP-Akkus, schießt mit seiner 400-Volt-Technik aber nicht übers Ziel hinaus. Der Einsteiger dürfte ruhig flotter laden, da muss er selbst seinen Plattform-Geschwistern den Vortritt lassen. Dafür wirkt er sonst erwachsener, eine Klasse höher angesiedelt, und kann sogar Jung-Familien ausreichend Platz bieten.

Warum?
Viel Platz und großer Kofferraum, einfache Bedienung

Sparsamer Antrieb, komfortables Fahrverhalten

Preis-Leistungs-Verhältnis

Warum nicht?
Basismodell lädt langsam

Wenig Anhängelast bei kleinem Akku

Oder vielleicht …
… Cupra Raval, VW ID. Polo, BYD Atto 3 Evo, Renault 4, Citroen e-C3

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