Wirbel in der Wiener Innenstadt: Vor der SPÖ-Zentrale versammelten sich Sonntagmittag mehrere Aktivisten, aus Bengalo-Fackeln stieg dichter Rauch auf. Die Aktion stand wohl mit dem Identitären-Aufmarsch am Samstag im Zusammenhang. Die SPÖ beklagte sich am Abend über „höchst alarmierende Einschüchterungsversuche“.
Roter Rauch stieg vor der SPÖ-Zentrale in den Himmel, auf den Bannern der Aktivisten stand der Spruch: „Sobieskis Grab kennen wir bereits, aber auf sein Denkmal warten wir noch immer.“
Rechtsextreme hatten Sobieski-Skulptur aufgestellt
Die Aktion stand wohl in Verbindung mit dem Aufmarsch mehrerer Identitärer am Kahlenberg am Samstag. Vertreter der Rechtsextremen positionierten dabei eine eigens mitgebrachte Skulptur des polnischen Königs Jan III. Sobieski, der für viele als „Befreier Wiens“ gilt. Die Errichtung eines offiziellen Denkmals war von der Stadt Wien nach jahrelangen Kontroversen verhindert worden.
Aktion war schnell wieder vorbei
Laut Wiener Polizei war die Aktion nach kurzer Zeit wieder vorbei. Polizeisprecher Philipp Haßlinger sagte, eine alarmierte Funkstreife habe kurze Zeit nach Bekanntwerden der Aktion bereits „niemanden mehr angetroffen“. Das Landesamt Staatsschutz und Extremismusbekämpfung (LSE) wurde über die Kundgebung in Kenntnis gesetzt.
Seltenheim: „Höchst alarmierend“
„Wenn Rechtsextreme vor der Zentrale einer demokratischen Partei aufmarschieren und das Gebäude in dichten Rauch hüllen, ist das höchst alarmierend und ein Warnsignal“, meinte SPÖ-Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim am Abend in einer Aussendung. „Für uns ist klar: Solche Einschüchterungsversuche haben in unserer Demokratie keinen Platz.“
Großes Polizeiaufgebot am Samstag
Bei dem Aufmarsch am Samstag hatte auch die Führungsfigur der Identitären in Österreich, Martin Sellner, eine Rede gehalten. Ersten Berichten zufolge habe es am Kahlenberg keine Zwischenfälle gegeben. Wegen befürchteter gegenseitiger Provokationen war die Polizei mit entsprechend vielen Kräften vor Ort gewesen, um ein Zusammentreffen der unterschiedlichen Gruppierungen zu verhindern.
Bei der Gegenveranstaltung zum Identitären-Aufmarsch in Heiligenstadt waren weit mehr Personen vor Ort als am Kahlenberg selbst. Diese organisierten einen Protestzug zum Oskar-Morgenstern-Platz. Bis zum späteren Nachmittag seien alle Demonstrationen friedlich verlaufen, berichtete ein Polizeisprecher.
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