Alexander Zverev hat am Sonntag zum ersten Mal in seiner Karriere die Tennis-US-Open für sich entschieden. Der Deutsche setzte sich in seinem dritten Grand-Slam-Endspiel in Folge gegen den US-Amerikaner Ben Shelton mit 6:3,7:6(2),5:7,6:2 durch und triumphierte wie zuletzt schon bei seinem Premieren-Major-Erfolg bei den French Open. In Wimbledon hatte er gegen den Südtiroler Jannik Sinner den Kürzeren gezogen, dem er in der Weltrangliste als erster Verfolger näher rückt.
Im Gegensatz zu seinem ersten US-Open-Finale 2020 hatte Zverev diesmal zurecht das bessere Ende für sich. Während er damals noch nach einer Zweisatzführung gegen den Niederösterreicher Dominic Thiem verloren hatte, gab der 29-Jährige diesen Vorsprung auf den Tag genau sechs Jahre später nicht mehr her. Zverev ist der erste Deutsche seit Boris Becker 1989, der in Flushing Meadows das Männer-Einzel gewinnen konnte. Als Belohnung gab es auch einen Siegerscheck in der Höhe von 5,5 Millionen Dollar (4,74 Mio. Euro).
Zverev „verschläft“ verwerteten Matchball
Kurios: Zverev war im letzten Game offenbar derart im Fokus, dass er seinen verwerteten Machtball zunächst gar nicht realisierte – siehe Video unten. Erst als die Zuschauer seinen ersten Triumph bei den US Open bejubelten, brachen auch beim Deutschen alle Dämme.
Shelton verabsäumte es indes, als erster männlicher Amerikaner seit Andy Roddick 2003 in New York zu triumphieren. Trösten darf sich der 23-Jährige mit 2,8 Mio. Dollar (2,42 Mio. Euro).
Besserer Aufschläger setzte sich durch
Den Ausschlag im Arthur-Ashe-Stadium gab vor allem die bessere Aufschlagleistung. Zverev brachte deutlich mehr erste Aufschläge ins Feld und machte dabei fast immer auch den Punkt. So ließ er über die ersten zwei Sätze hinweg keine Breakchance zu. Shelton hingegen war bei seiner Major-Final-Premiere die Nervosität deutlich anzumerken, vor allem auch in den entscheidenden Phasen des ersten Satzes. Zverev musste die Breakbälle, die zum 1:0 sowie 6:3 führten, gar nicht selbst verwerten, da seinem Gegenüber jeweils ein Doppelfehler unterlief.
Im zweiten Satz rettete sich Shelton nach einem 5:6 und 0:30 noch ins Tiebreak, stand dort aber auf verlorenem Posten. Schnell stand es 5:0 für den Ranglistenzweiten, ehe er gleich seine erste Chance zum 7:2 und Satzgewinn verwerten konnte. Damit gewann Zverev auch das fünfte Karriere-Tiebreak gegen Shelton. Und insgesamt das dritte wichtige im Turnierverlauf in Serie, nach jenen deutlich umkämpfteren in den Sätzen zwei und drei im Halbfinale gegen Karen Chatschanow.
Hier die Statistik zum Match:
Shelton verließ daraufhin den Platz, adaptierte sein Spiel ein bisschen und konnte im dritten Satz dank einer klar besseren und stabileren Serviceleistung auch kontinuierlich vorlegen. Bei 3:2 kam der Außenseiter auch erstmals zu einer Breakchance, Zverev fand nach einer kurzen Schwächephase aber wieder zu seiner Servicestärke und glich mit drei Punkten in Folge aus. Im letzten Game musste der Deutsche aber doch seinen ersten Aufschlagverlust hinnehmen. Shelton konnte seinen zweiten Satzball verwerten.
Hier die besten Promi-Fotos:
Zverev steckte verlorenen Satz schnell weg
Den Schwung konnte der Ranglistenneunte aber nicht in Durchgang vier mitnehmen. Mit mutigem Aufschlag-Volley-Spiel konnte der Viertelfinal-Bezwinger von Titelverteidiger Carlos Alcaraz eine Breakchance noch abwehren, die zweite nutzte allerdings Zverev in einer sehenswerten Rallye. Diesen Vorteil gab der sechsfache Grand-Slam-Finalist nicht mehr aus der Hand. Auch eine Zeitverwarnung bei 2:1 und 30:30 samt kurzer Unterhaltung mit der Schiedsrichterin brachte ihn nicht außer Tritt.
Zum 5:2 nahm er seinem Gegner noch einmal den Aufschlag ab, ehe er nach 3:33 Stunden mit seinem ersten Matchball ausservierte. Danach zeigte er keine Reaktion, erkannte erst nach kurzer Zeit, dass er gewonnen hatte und ließ sich feiern.
Zverev gewann auch das sechste direkte Duell mit Shelton, der ihm zumindest zum zweiten Mal einen Satz abknöpfen konnte. Es blieb dabei, dass Shelton in seiner Karriere noch nie einen Zweisatzrückstand wettmachen konnte.
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