Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) überarbeiten Insidern zufolge wegen des Iran-Krieges ihre Pläne für ein großes KI-Rechenzentrum. Das ursprünglich als 26 Quadratkilometer großer Campus geplante Vorhaben solle nun wahrscheinlich auf ein Netzwerk von Rechenzentren im ganzen Land verteilt werden, sagten sechs mit der Angelegenheit vertraute Personen. Zudem erwäge man, die Anlagen besser zu schützen, etwa durch Luftabwehrsysteme oder eine unterirdische Bauweise.
Das Fünf-Gigawatt-Projekt ist eines der größten außerhalb der USA und von zentraler Bedeutung für die Ambitionen der VAE, eine globale Macht bei Künstlicher Intelligenz (KI) zu werden und ihre Wirtschaft unabhängiger vom Öl zu machen. Es wird von G42 geleitet, einem KI-Unternehmen, das vom nationalen Sicherheitsberater der VAE, Scheich Tahnoun bin Zayed al Nahyan, kontrolliert wird. Im Gegenzug für den Zugang zu KI-Chips vom US-Hersteller Nvidia und anderer US-Technologie hatten die VAE zugestimmt, ihre KI-Beziehungen zu China abzubrechen.
Auf eine Anfrage von Reuters teilte G42 mit, die Arbeiten an dem KI-Campus kämen wie geplant voran. Die Einzelheiten des Projekts würden jedoch „im Einklang mit den für kritische Infrastrukturen dieser Größenordnung erwarteten Sicherheits-, Widerstandsfähigkeits-und Betriebsstandards kontinuierlich überprüft“. Der ChatGPT-Entwickler OpenAI erklärte, man arbeite mit den VAE zusammen und mache „gute Fortschritte bei der Infrastruktur“. Die weiteren US-Partner des Projekts – Nvidia, Oracle und Cisco – sowie die japanische SoftBank reagierten zunächst nicht auf Anfragen nach einer Stellungnahme oder lehnten eine ab.
Überprüfung der Pläne nach iranischen Angriffen
Die Überprüfung der Pläne begann den Insidern zufolge, nachdem der Iran als Reaktion auf Luftangriffe der USA und Israels damit begonnen hatte, Raketen und Drohnen auf Nachbarstaaten in der Golf-Region abzufeuern, die US-Streitkräfte beherbergen. Bei Angriffen im März wurden zwei Rechenzentren von Amazon Web Services in den VAE sowie eines in Bahrain beschädigt. Im April veröffentlichten die iranischen Streitkräfte zudem ein Video, in dem das KI-Projekt als potenzielles Ziel bezeichnet wurde.
Der Konflikt sei ein „wirtschaftliches Erdbeben“ für die Golfstaaten, die sich lange als sichere Häfen vermarktet hätten, sagte Daniel Benaim von der Denkfabrik Middle East Institute in Washington. „Änderungen zur Härtung kritischer Infrastrukturen sind von entscheidender Bedeutung.“ Neben dem Bau unter der Erde erwägen die Verantwortlichen den Insidern zufolge, Anlagen mit besonders sensiblen Daten in Bergen unterzubringen. Zudem würden Luftabwehrsysteme wie Abfangraketen und elektronische Störsender in die Neukonzeption einbezogen.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.