Mit Kamera, Munddusche

Dyson erfindet die elektrische Zahnbürste neu

Digital
01.09.2026 11:30

Der vor allem für seine Staubsauger bekannte Dyson-Konzern hat seinen Einstieg in einen ganz neuen Geschäftsbereich angekündigt: Mit seinem „CameraJet“ will der Elektronikriese die elektrische Zahnbürste ganz neu erfinden. Die „Krone“ hat die – nicht gerade günstige – Innovation mit eingebauter Munddusche und Kamera ausprobiert.

Dysons erste Zahnbürste soll Zahnseide überflüssig machen: Sie ist mit einem Wassertank, einer Kamera und einer eingebauten Munddusche ausgestattet. Diese „schießt“ automatisch einen Wasserstrahl in Zahnzwischenräume, wenn die Kamera einen erkennt.

KI erkennt Zahnzwischenräume, Gerät war sechs Jahre in Arbeit
Ein KI-Algorithmus analysiert dabei mehrere Dutzend Aufnahmen pro Sekunde und löst innerhalb von Millisekunden die Munddusche aus. Ziel ist es, jene Stellen zu erreichen, die beim herkömmlichen Zähneputzen häufig ausgelassen werden – Zahnseide werde bei Weitem nicht so regelmäßig verwendet, wie es sich empfehle, begründet Dyson die Funktion.

Direkt an der Zahnbürste gibt es einen 12,5-Milliliter-Behälter für Mundwasser, das beim ...
Direkt an der Zahnbürste gibt es einen 12,5-Milliliter-Behälter für Mundwasser, das beim Putzvorgang automatisch in die Zahnzwischenräume geschossen wird.(Bild: Dyson)

In Dysons CameraJet-Zahnbürste stecken sechs Jahre Forschung und Entwicklung: 661 Ingenieure meldeten dabei 38 neue Patente an, hebt der Elektronikkonzern hervor. Die Software der Zahnbürste bestehe aus 16 Millionen Codezeilen, für die KI-Zahnzwischenraumerkennung wurde fast eine halbe Million Zahnbilder analysiert.

Livebild am Handy, Dyson verkauft auch passende Zahnpasta
Die CameraJet-Zahnbürste verbindet sich über Bluetooth und WLAN mit dem Handy. Die eingebaute Kamera kann beim Zähneputzen sogar ein Livebild auf das Smartphone schicken. Der Bürstenkopf bewegt sich fast 1000 Mal pro Minute und wird von Schalltechnologie unterstützt. Passend zur Hightech-Zahnbürste hat Dyson auch seinen Einstieg in den Markt für Zahnpasta und Mundwasser verkündet: Wer will, bekommt also alles aus einer Hand.

Dyson setzte ein Team von mehr als 600 Ingenieuren auf das Zahnbürstenprojekt an.
Dyson setzte ein Team von mehr als 600 Ingenieuren auf das Zahnbürstenprojekt an.(Bild: Dyson)

Günstig ist die ab 1. September erhältliche Dyson-Zahnbürste nicht gerade: 480 Euro beträgt die offizielle Preisempfehlung des Herstellers – immerhin bereits inklusive Dyson-Zahncreme und -Mundspülung. Dysons Zahnbürste ist in zwei verschiedenen Farben erhältlich: „Ultra blue“ und „Ceramic pink“.

Erster Eindruck: Wie eine kleine „Wasser-Schrotflinte“
Die „Krone“ hatte bereits Gelegenheit, einen ersten Blick auf die Dyson-Zahnbürste zu werfen – und das Gerät wirkt durchaus fähig. Beim Kurztest „feuerte“ die Munddusche in die Zahnzwischenräume, als wäre sie eine kleine Wasser-Schrotflinte: Der Wasserstrahl weitet sich dabei, wenn er in die Zwischenräume vordringt, was einerseits eine bessere Putzleistung verspricht und andererseits schmerzfreier sein sollte als die oft an kleine „Hochdruckreiniger“ erinnernden Mundduschen, die es sonst am Markt gibt. Der Bürstenkopf hat ebenfalls ordentlich Power, ist allerdings mit RFID-Chip ausgestattet, was die Verwendung von Dritthersteller-Zubehör erschweren dürfte. Wie es um Handhabung und Putzleistung im Alltag steht, muss Dysons CameraJet allerdings erst noch im ausführlichen Test zeigen.

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