Der neue Anlauf der USA, einen Frieden zwischen Russland und der Ukraine zu vermitteln, hat keine greifbaren Ergebnisse gebracht. Zwar machen Trumps Sondergesandte Hoffnung auf weitere Verhandlungen, ein paar Ebenen weiter unten rät man Kiew aber, sich auf weitere harte Kriegsjahre einzustellen.
Mehr als vage Andeutungen zu „bedeutenden Fortschritten“ und die Aussicht auf weitere Gespräche konnte der US-Sondergesandte Steve Witkoff der Öffentlichkeit nach den Reisen am vergangenen Wochenende nach Moskau und Kiew nicht verkünden. Und auch die stehen auf wackeligen Beinen.
Kurzes Zeitfenster für Verhandlungen
Nach Angaben der USA ist Moskau nach den russischen Parlamentswahlen, die von 18. bis 20. September stattfinden, zu neuen Gesprächen bereit. Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hofft auf weitere diplomatische Bemühungen und sieht dafür ein kurzes Zeitfenster offen.
Da Russlands Machthaber Wladimir Putin seinen US-amerikanischen Amtskollegen Donald Trump nicht vor den Zwischenwahlen Anfang November verärgern wolle, habe man „den September und den Oktober, um zu reden“, sagte Selenskyj dem US-Nachrichtenportal Axios.
Putin rückt nicht von Kriegsziel ab
Dieses Zeitfenster müsse genutzt werden, da Russland dann den Winter nutzen wolle, um die Ukraine weiter unter Druck zu setzen. Die Fakten sprechen dafür, dass Putin genau das vorhat. Denn das Ziel, das gesamte Industrierevier Donbass in der Ostukraine zu erobern, gilt weiterhin. Als Deadline für die Eroberung hat der Kreml das Jahresende 2026 vorgegeben. Diese einzuhalten, ist angesichts der minimalen Gebietsgewinne zwar absolut illusorisch, Russland rückt von dem Kriegsziel aber nicht ab.
Während Trumps Gesandte Hoffnung auf weitere Verhandlungen machen, rät man der Ukraine daher ein paar Ebenen weiter unten, sich auf weitere Kriegsjahre vorzubereiten. Konkret habe Elbridge Colby, US-Unterstaatssekretär für Verteidigungspolitik, die Ukraine auf die „Vorbereitung auf jahrelangen Krieg“, gedrängt, schreibt Jurij Fedorenko, Befehlshaber der 429. Drohnenbrigade „Achilles“, auf Facebook.
„Kalte Dusche für alle“
Das habe Colby bei der jüngsten Sitzung der Ukraine-Kontaktgruppe (Ukraine Defense Contact Group, UDCG) gesagt. Diese Nachricht bestätige, dass es nach dem jüngsten Vermittlungsversuch der USA keine „wunderbare Deeskalation“ geben werde. Das sei „eine kalte Dusche für alle, die auf einen schnellen Frieden gehofft haben“, so Fedorenko.
Die UDCG, früher auch Ramstein-Format, ist ein Koordinierungsgremium der westlichen Verbündeten der Ukraine zur Unterstützung in ihrem Abwehrkampf. Die letzte Sitzung fand am 8. September als Videokonferenz statt. Vorrangiges Thema war die Vorbereitung auf den anstehenden Winter.
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