Bei ihren Bemühungen um eine Einschränkung autonomer Waffensysteme – sogenannter Killer-Roboter – hat die UNO einen ersten Erfolg erzielt. Nach jahrelanger Diskussion einigten sich in Genf knapp 130 Staaten auf eine Definition der Waffen, wie der niederländische Außenminister Tom Berendsen am Samstag mitteilte.
„Während sich die Militärtechnologie rasant weiterentwickelt, markiert dies einen wichtigen Schritt bei der Regulierung dieser Systeme“, schrieb er im Online-Dienst X. Das verabschiedete Dokument wurde allerdings nicht veröffentlicht.
Bei der Konferenz in Genf war über die Konvention über bestimmte konventionelle Waffen (CCW) diskutiert worden. Die Entwicklung und der Einsatz von Waffen, die in der Lage sind, Ziele auszuwählen und sie ohne menschliches Eingreifen anzugreifen, nehmen rasant zu.
IKRK fordert Verbot
„Die Entwicklung und der Einsatz autonomer Waffensysteme außerhalb eines klaren, einschränkenden Rahmens werfen schwerwiegende rechtliche, ethische und humanitäre Fragen auf“, erklärte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK).
Wie mehrere zivilgesellschaftliche Organisationen fordert das IKRK die Staaten auf, „rechtlich verbindliche Regeln zu verabschieden, die unvorhersehbare autonome Waffen sowie solche verbieten, die darauf ausgelegt sind, unmittelbar Gewalt gegen Menschen auszuüben“.
Kritik an USA und Russland
Die geschäftsführende Direktorin der internationalen Kampagne „Stop Killer Robots“, Nicole van Rooijen, erklärte, das verabschiedete Dokument beschäftige sich neben der Definition autonomer Waffen auch „mit der Frage, wie das humanitäre Völkerrecht auf diese Waffen anzuwenden ist, und bekräftigt die Notwendigkeit einer wesentlichen menschlichen Kontrolle über diese Art von Waffen“. Dies sei der „entscheidende Punkt“.
Van Rooijen beklagte, dass „mehrere Staaten“, darunter die USA und Russland, versucht hätten, „den Text nach und nach zu verwässern“.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.