In seiner Serie „Alte Häuser und ihre Geschichten“ beleuchtet der Schriftsteller Robert Schneider heute ein Objekt, das man in dieser Form nicht in Vorarlberg vermuten würde: die Villa Maund in Schoppernau.
Wenn man von Schoppernau nach Hinterhopfreben fährt, trifft man auf dem Ausläufer der Ünschenberg Alp einen abgeschieden, zauberisch gelegenen Platz mit einem Haus, das einem Märchen entsprungen sein könnte. Dunkles Holz, weit ausladende Veranden, reich geschnitzte Stützen, große Fenster und ein Grundriss, der nichts mit dem traditionellen Wälderhaus zu tun hat, sondern an englische Landhäuser aus der Mitte des 19. Jahrhunderts erinnert. Die Villa Maund entstand aus einer Begegnung zweier Welten – aus britischer Jagd- und Reisekultur des späten 19. Jahrhunderts und dem hoch entwickelten Holzhandwerk des Bregenzerwaldes. Ihr Bauherr war John Oakley Maund (1846-1902), ein wohlhabender englischer Bankier, Unternehmer, Bergsteiger und Jäger. Er diente als Offizier bei der Royal Marine Artillery und spielte eine nicht unwesentliche Rolle bei der gnadenlosen Ausbeutung der Bodenschätze des späteren Rhodesiens. Im Minengeschäft machte er sein Geld.
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