US-Vermittler im Kreml

Witkoff schmeichelt Putin: „Wird ganz oben stehen“

Außenpolitik
06.09.2026 12:34

Die von US-Präsident Donald Trump entsandten Sonderbeauftragten Steve Witkoff und Jared Kushner sollen im Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine einen Frieden vermitteln. Dazu trafen sie am Samstag Wladimir Putin in Moskau. Für Empörung sorgt, wie Witkoff dabei dem Kremlchef Rosen streute.

Nachdem Putin sie stundenlang hatte warten lassen, dankte der Unterhändler zum Auftakt des Gesprächs am Samstagabend im Kreml ihm für den Empfang und richtete Grüße von Trump aus. Dann unterstrich Witkoff, welche Bedeutung das Treffen für ihn habe: „Wenn wir ihn Pension gehen, werden wir all diese unglaublichen Geschichten und Erinnerungen haben, und ihre wird ganz oben auf der Liste stehen“. Der sichtlich geschmeichelte russische Machthaber dankte ihm lächelnd (siehe X-Video unten). Internationale Beobachter zeigten sich über die Huldigungen empört.

„Fröhlicher Feiertag“
Trumps Schwiegersohn Kushner begrüßte seinerseits Putin mit den Worten „Fröhlichen Feiertag“ auf Russisch. Er bezog sich dabei auf den Moskauer Stadtfeiertag, der am Samstag begangen wurde. Nach dem etwa dreistündigen Treffen im Kreml bezeichnete Putins Sonderbeauftragter Kirill Dmitriew den Besuch der US-Unterhändler als „wichtigen Friedensbesuch“.

Kein Wort zu neuen Friedensvorschlägen
Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow sprach im Anschluss von einem inhaltsreichen Gespräch, dass „konstruktiv, äußerst offen und vertrauensvoll“ gewesen sei. Uschakow sagte nichts zu neuen Vorschlägen für eine Beendigung des Kriegs, die laut Trump und Kreml bei dem Treffen präsentiert werden sollten. Putin setze darauf, dass Witkoff und Kushner die russische Sicht nun in Kiew übermittelten, betonte er. Die russische Seite habe den US-Vertretern mitgeteilt, Moskau sei „zuversichtlich“, seine militärischen Ziele – die Eroberung des restlichen Ostens der Ukraine – erreichen zu können. Das klingt nicht danach, als könnte es bei der Lösung des Konflikts Bewegung geben.

Ankunft am Bahnhof Kiew
Ankunft am Bahnhof Kiew(Bild: AP/Francisco Seco)

In Kiew eingetroffen
Nach ihrem Besuch in Moskau sind die US-Unterhändler am Sonntag in der ukrainischen Hauptstadt eingetroffen. Eine US-Regierungsmaschine brachte Witkoff und Kushner in der Nacht von Moskau nach Rzeszów im Südosten Polens, von wo sie mit dem Zug weiter nach Kiew reisten. Sie sollen bei ihrem allerersten Besuch dort heute Präsident Wolodymyr Selenskyj treffen.

Hauptstädte von Angriffen verschont
Während der Vermittlungsmission verschonten Russland und die Ukraine wie vereinbart die Hautstädte von Angriffen. Die dreitägige Pause soll den Unterhändlern eine sichere Reise ermöglichen. In anderen Gebieten wurde aber aus der Luft attackiert. In der Ukraine wurde die frontnahe Großstadt Saporischschja beschossen, nach Behördenangaben kam ein 74 Jahre alter Mann ums Leben, drei weitere Menschen wurden verletzt.

An der Grenze der Ukraine nach Rumänien trafen russische Drohnen nach Angaben örtlicher Behörden einen Grenzübergang. Dieser musste zeitweise geschlossen werden. Am Samstagabend tötete eine russische Drohne in der Stadt Tschuhujiw im Gebiet Charkiw drei Mitglieder einer Familie. Auch das Gebiet um Kiew wurde von Russland attackiert. In einer Infrastruktureinrichtung brach ein Großbrand aus, der von Einsatzkräften gelöscht werden konnte. Verletzt wurde niemand.

Jared Kushner werden nach ihrem Besuch in Kreml in Kiew erwartet. Während der ...
Jared Kushner werden nach ihrem Besuch in Kreml in Kiew erwartet. Während der US-Vermittlungsmission gab es Luftangriffe in der Ukraine und in Russland.(Bild: Krone-Collage/AP/Gavriil Grigorov, AFP/HANDOUT)

Angriff auf Raffinierie
In Russland verursachte ein ukrainischer Drohnenangriff einen Brand in der Raffinerie von Rjasan südöstlich von Moskau, in sozialen Medien wurden Videos davon geteilt. Regionalgouverneur Pawel Malkow bestätigte den Angriff und ein Feuer in einem nicht näher bezeichneten Industriebetrieb. Drohnenattacken wurden auch aus dem Gebiet Rostow in Südrussland gemeldet.

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