„Verschwindet nicht“

Depot-Insolvenz: Hunderte Jobs hierzulande wackeln

Wirtschaft
28.08.2026 10:27
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der bekannte deutsche Deko-Spezialist Depot ist pleite. Das Unternehmen hatte bereits im Juli 2025 ein Schutzschirmverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Nun sind noch die Verhandlungen mit potenziellen Investorinnen und Investoren gescheitert. Der Kette droht das endgültige Aus. In Österreich könnten etwa 200 Menschen ihren Job verlieren.

Bereits Ende Juni hatte die insolvente GDC Deutschland GmbH, die hinter Depot steckt, die Schließung von 66 Filialen bekannt gegeben. Bis Anfang August kamen etwa 30 weitere Standorte hinzu. Zuletzt war noch geplant, etwa 50 Filialen weiterzuführen. Allerdings dürfe diese Chance vorbei sein: Unternehmer Christian Gries sagte, dass die nach der Insolvenz anfallenden Kosten und Verpflichtungen gar nicht mehr vollständig bezahlt werden könnten. Als Gründe für die Pleite nannte er den rückläufigen Konsum der Kundinnen und Kunden sowie die wachsende Konkurrenz durch asiatische Billigplattformen wie Temu.

Die Finanzierung und der Fortbestand der Kette seien über September hinaus nicht mehr gesichert, sagte auch Sanierungsfachmann Alexander Höpfner von der Kanzlei ATC Tischendorf zur „Bild“. Laut dem Bericht werden in Deutschland sämtliche Mietverträge bis zum 30. September gekündigt. Ungefähr 730 Menschen verlieren ihre Jobs. Depot soll deshalb aber nicht Geschichte sein, wie Gries ankündigte. „Wir werden mit den Vermietern in Dialog gehen, um neue Mietverträge abzuschließen. Depot wird nicht verschwinden“, sagte er. Die Belegschaft wird demnach aber deutlich kleiner ausfallen als bisher.

Vor einigen Jahren betrieb die Kette noch etwa 400 Geschäfte, inzwischen gibt es in Deutschland, ...
Vor einigen Jahren betrieb die Kette noch etwa 400 Geschäfte, inzwischen gibt es in Deutschland, Österreich und der Schweiz deutlich weniger Filialen.(Bild: Vergil Siegl)

Vor einigen Jahren betrieb die Kette noch etwa 400 Geschäfte. In Österreich wurden die Filialen vor ungefähr eineinhalb Jahren deutlich reduziert, 200 von insgesamt etwa 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wurden beim Arbeitsmarktservice (AMS) vorangemeldet. Nun wackeln auch die restlichen Stellen gewaltig. Sollte die Liquidation wie befürchtet vollzogen werden, würden alle Geschäfte geschlossen werden. Die finanzielle Lage des Betriebs lässt kaum Spielraum für Sozialpläne.

Laut Fachleuten steht der Markt für Wohnaccessoires und Dekorationsartikel schon länger unter Druck. Steigende Mieten in den Innenstädten treffen auf hohe Energiekosten und eine anhaltende Kaufzurückhaltung. In den kommenden Wochen soll entschieden werden, ob einzelne ertragsstarke Filialen durch einen Notverkauf an andere Handelsketten gerettet werden können. In Deutschland verhandelt der Unternehmer Gries über kleinere Depot-Shops, die in Rewe- oder Edeka-Filialen stehen.

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