Autos sind bei Volkswagen künftig keine Nummern mehr, sondern tragen wieder echte Namen – auch wenn ID davorsteht. Und so soll der für 2027 angekündigte Elektro-Kleinwagen für rund 20.000 Euro nicht ID.1, sondern ID. Up heißen. Offiziell ist das noch nicht, aber mittlerweile pfeifen es die Spatzen von den Dächern.
ID.3, ID.4, ID.5, ID.7 – Volkswagen begann seine elektrische Ära mit emotionslosen Bezeichnungen. Das passte zu den Autos. Doch inzwischen hat man in Wolfsburg entdeckt, dass sich auch E-Autos besser über Emotionen verkaufen – und dass jahrzehntelang aufgebaute Modellnamen einen gewissen Wert besitzen.
Der ID.2 wurde bereits zum ID. Polo. Und nun soll auch das elektrische Einstiegsmodell einen alten Bekannten zurückbringen. Das spanische Fachmedium „Motor.es“ berichtet bereits über „ID. Up“ als beschlossene Sache, auch wenn Volkswagen den Namen bislang nicht offiziell bestätigt hat.
Sicher ist nur, dass das 2027 kommende Serienauto der Studie ID. EVERY1 nicht ID.1 heißen wird. VW hatte bereits 2025 angekündigt, etablierte Namen seiner Bestseller schrittweise in die elektrische ID.-Familie zu übernehmen. Der ID. Polo war ausdrücklich nur der Anfang.
Und kaum ein Name bietet sich für den kleinsten Volkswagen besser an. ID. Lupo wäre auch noch denkbar.
Der Up war von 2011 bis 2023 das unterste Ende der VW-Nahrungskette: 3,60 Meter kurz, simpel, erstaunlich geräumig und zeitweise sogar als Elektroauto e-up! erhältlich. Der Nachfolger wächst deutlich. Bereits die Studie ID. EVERY1 misst 3,88 Meter, die Serie dürfte knapp 3,90 Meter erreichen. Damit bleibt sie deutlich unter dem 4,05 Meter langen ID. Polo.
Mehr Auto als der alte Up
Trotzdem soll der Kleine innen erstaunlich erwachsen werden. Die Studie bietet vier Sitzplätze, 305 Liter Kofferraum und einen Radstand von 2,54 Metern. Weil Elektromotor und Frontantrieb wenig Platz benötigen, dürfte der Innenraum eher an einen klassischen Kleinwagen als an einen Kleinstwagen erinnern.
Beim Antrieb hatte VW für den ID. EVERY1 bislang 70 kW beziehungsweise 95 PS, mindestens 250 Kilometer WLTP-Reichweite und 130 km/h Spitze genannt. Laut dem neuen Bericht ist für die Serie eine LFP-Batterie mit knapp 40 kWh vorgesehen. Das wäre logisch: Auch der größere ID. Polo verwendet in seinen günstigeren Versionen bereits einen 37-kWh-LFP-Akku. Dort reicht er für bis zu 334 Kilometer.
Ob der ID. Up tatsächlich die technischen Werte der Studie übernimmt, ist noch offen. Volkswagen hat Leistungsstufen, endgültige Batteriekapazität und Ladeleistung der Serienversion noch nicht veröffentlicht.
Fix ist dagegen das Preisziel: rund 20.000 Euro. Genau daran wird sich entscheiden, ob aus dem elektrischen Volks-Wagen tatsächlich wieder ein Volkswagen wird. Der ID. Polo startet eine Klasse darüber, der ID. Up soll gegen Modelle wie Renault Twingo E-Tech Electric, Citroën ë-C3 und den chinesischen Leapmotor T03 antreten
Ausgerechnet der Billig-VW bekommt die neue Hightech
Technisch übernimmt der Kleinste dabei eine bemerkenswerte Rolle. Der Seriennachfolger des ID. EVERY1 wird das erste Fahrzeug des gesamten Volkswagen-Konzerns mit der neuen Software- und Elektronikarchitektur von Volkswagen und Rivian.
Statt einer Vielzahl einzelner Steuergeräte setzt die sogenannte zonale Architektur stärker auf zentrale Rechner. Funktionen lassen sich einfacher aktualisieren, neue Features später per Software ergänzen. VW und Rivian haben entsprechende ID.-EVERY1-Prototypen bereits im Winter getestet. Später soll die Technik auch in größeren VW-, Audi- und Scout-Modellen eingesetzt werden.
Gebaut wird er im portugiesischen Werk Palmela, wo heute unter anderem der T-Roc entsteht. Ob die Weltpremiere tatsächlich auf der IAA Mobility im September 2027 stattfindet, wie derzeit berichtet wird, hat Volkswagen noch nicht bestätigt. Sicher ist nur die Präsentation der Serienversion im Jahr 2027.
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