Die Regierungsferien klingen aus und es kann gesagt werden: Das Koalitionsschiff ist leckgeschlagen, aber es schwimmt.
Kanzler Stocker und Vizekanzler Babler bemühten sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten, in den TV-Sommergesprächen den Eindruck planvollen Handelns zu erwecken. Übrig blieb dann jedoch mehr eine Art von trotziger Zuversicht.
Und so wächst in ÖVP und SPÖ die Zahl der Funktionäre, die in kaum verschleierter Heimlichkeit einen Wechsel an der Spitze ihrer Parteien herbeiintrigieren. Das ist vorerst einmal gar kein schlechtes Zeichen. Es zeigt nämlich, dass man zumindest in den murrenden mittleren Rängen von Rot und Schwarz noch nicht völlig entkoppelt von der Stimmung in der echten Welt außerhalb der politischen Blase ist.
Aber weil Menschen, die es sich in ihren Regierungsämtern einmal nett eingerichtet haben, nur höchst widerwillig weichen, könnte sich die Geschichte mit der Koalition ähnlich hinziehen wie das Drama um Buckelwal „Timmy“.
Bei der SPÖ sieht es aber nun doch so aus, als könnte es auf einmal schnell gehen. Der ehemalige Parteisekretär und als langjähriger TV-Manager zu erheblichem Wohlstand gekommene Gerhard Zeiler soll seinem Traum, in Kreiskys Fußstapfen treten zu können, im x-ten Anlauf nun so nahe sein wie nie zuvor.
Ob Gerhard Zeiler die SPÖ retten kann, ist fraglich. Aber kommt Zeiler, dann wird es auch in der ÖVP für den wenig glanzvollen Kanzler ungemütlich.
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