Wieder Terroralarm!

Mindestens eine Detonation bei deutschem Kraftwerk

Deutschland
01.09.2026 15:07
Porträt von krone.at
Von krone.at

Schon wieder Terroralarm in Deutschland: Dieses Mal steht ein Umspannwerk unweit eines Braunkohlekraftwerks in Brandenburg im Mittelpunkt. Demnach wurden „unkonventionelle ​Spreng- und Brandvorrichtungen“ entdeckt – es kam auch zu einer Detonation.

Ein Angriff mit mindestens einer Explosion auf ein Umspannwerk am Kohlekraftwerk Jänschwalde im Süden Brandenburgs hat für Schäden gesorgt, das berichten mehrere Medien übereinstimmend.

Dienstagfrüh seien mehrere sogenannte unkonventionelle Brand- und Sprengvorrichtung entdeckt worden, die aber nicht alle explodiert seien, sagte eine Sprecherin des Brandenburger Polizeipräsidiums in Potsdam.

Polizei nimmt Vorfall „sehr ernst“
Ermittler bestätigten die Vorfälle auch gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Die Polizei nehme den Vorfall „sehr ernst“. Berichte, wonach es sich bei den Waffen um „selbstgebaute Raketen“ handelte, wollten die Behörden aber nicht bestätigen. Entschärfer seien vor Ort und es bestehe keine Gefahr für die Bevölkerung, wurde versichert.

Das Braunkohlekraftwerk Jänschwalde
Das Braunkohlekraftwerk Jänschwalde(Bild: AFP/JOHN MACDOUGALL)

Nach Angaben des Netzbetreibers 50Hertz wurden mehrere Leitungen beschädigt. Es sei zu einer kurzzeitigen Leitungsunterbrechung gekommen, teilte das Unternehmen mit. Am frühen Nachmittag hieß es, alle Leitungen seien wieder in Betrieb. Die allgemeine Stromversorgung sei nicht beeinträchtigt.

Ein Sprecher des Kraftwerksbetreibers Leag sprach von einem Anschlag. In der Folge habe es einen technischen Ausfall eines Blocks des Kraftwerks gegeben. „Ein möglicher Zusammenhang wird geprüft“, erklärte er. Derzeit werde an der Wiederinbetriebnahme des Blocks gearbeitet.

Brandenburgs Infrastrukturminister Robert Crumbach (SPD) sprach ebenfalls von einem Terrorakt. „Der Anschlag auf die Infrastruktur in Jänschwalde ist ein Angriff auf die Sicherheit und die Lebensgrundlagen der Menschen in Brandenburg und darüber hinaus.“ Wer kritische Infrastruktur beschädigt, gefährdee Arbeitsplätze, Versorgungssicherheit, das Vertrauen und letztlich die „Gesundheit und Leben der Menschen“.

Weitere Details zu möglichen Tätern und Motiven waren zunächst nicht bekannt. Die Landesregierung möchte sich „vor Ort informieren“.

Fakten

  • Jänschwalde, unweit von Cottbus, ist das größte Kohlekraftwerk Brandenburgs, es galt laut „Spiegel“ als Zentrum des einstigen DDR-Energiebezirks.
  • Es sind zwar nicht mehr alles sechs Blöcke in Betrieb, dennoch ist das KKW für einen großen Teil der Stromversorgung in der Gegend verantwortlich.
  • 2028 soll das Werk abgeschaltet werden.

Der Zeitpunkt des Vorfalls ist darüber hinaus brisant. Am Nachmittag wollte die deutsche Bundesregierung Details zum Drohnen-Terroranschlag am Flughafen Leipzig bekannt geben. Es sickerte bereits durch, dass Russland offiziell als Aufraggeber dafür verantwortlich gemacht werden wird.

Im Jänner hatten zudem linksextreme Täter der „Vulkangruppe“ Starkstromleitungen nahe einem Kraftwerk im Südwesten Berlins angezündet und kurzgeschlossen. Als Grund wurde damals der „Kampf gegen den Kapitalismus“ genannt. Rund 45.000 Haushalte und mehr als 2200 Geschäfte und Firmen sowie Krankenhäuser und Pflegeheime waren mitten im Winter tagelang ohne Strom. Das Landeskriminalamt (LKA) hat im Fall Jänschwalde nun die Ermittlungen übernommen.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung