Jungmamas aufgepasst

Stillen wirkt sich positiv auf Babys Schlaf aus

Regeneration & Schlaf
21.08.2026 10:00

Wenn Babys nachts häufig aufwachen, sind viele Eltern erschöpft und fragen sich: „Wann schläft unser kleiner Schatz endlich besser?“ Stillen könnte dabei eine überraschende Rolle spielen. Denn Muttermilch enthält Stoffe, die den Schlaf-Wach-Rhythmus unterstützen. Was es damit auf sich hat, erklärt eine Kinderärztin.

Was tun Eltern nicht alles, damit ihr Baby gut ein- und durchschläft? Es wird sanft in den Armen gewiegt oder stundenlang durch die Wohnung getragen. Es bekommt viele Streicheleinheiten und auch Lieder vorgesungen. Denn erholsamer und ausreichend langer Schlaf ist bekanntlich für die gesunde Entwicklung besonders wichtig.

„Zu wenig Schlaf im Säuglingsalter kann später Übergewicht begünstigen, sich negativ auf Schulleistungen auswirken und das Risiko für Hyperaktivität sowie Verhaltensauffälligkeiten erhöhen“, erklärt A. Univ.-Prof. Dr. Daniela Karall, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin, Still- und Laktationsberaterin sowie Präsidentin der Österr. Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde.

Längere Schlafdauer durch Stillen?
Wer hätte gedacht, dass Stillen auch einen positiven Einfluss auf die Schlafdauer haben könnte? Genau darauf deutet nun eine große Studie japanischer Forscher hin. Sie untersuchten fast 83.000 Mutter-Baby-Paare und verglichen Kinder, die in den ersten sechs Lebensmonaten gestillt wurden, mit Babys, die Fläschchennahrung (Säuglingsanfangsnahrung, industriell hergestellter Ersatz für Muttermilch) bekamen.

Das Ergebnis: Gestillte Mädchen und Buben hatten im Alter von einem Jahr ein geringeres Risiko für eine zu kurze Schlafdauer. Und offenbar gilt: Je länger ein Kind gestillt wurde, desto geringer war dieses Risiko.

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Muttermilch enthält das „Schlafhormon“ Melatonin, während es in Säuglingsnahrung praktisch nicht vorhanden ist.

A. Univ.-Prof. Dr. Daniela Karall, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin, Still- und Laktationsberaterin sowie Präsidentin der Österr. Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde

Nährstoffgehalt der Muttermilch könnte eine Rolle spielen
Weshalb kommt es zu diesem Effekt? Die japanischen Wissenschafter vermuten, dass der Nährstoffgehalt der Muttermilch bzw. verschiedene Bestandteile eine Rolle spielen. Einer davon ist Melatonin. Das Hormon hilft dabei, den Tag-Nacht-Rhythmus zu steuern, unterstützt das Einschlummern und verbessert die Schlafqualität.

„Neugeborene können zunächst kaum eigenes Melatonin herstellen, da sich ihre Zirbeldrüse noch in der Entwicklung befindet. Muttermilch enthält Melatonin, während es in Säuglingsanfangsnahrung (Formulanahrung) praktisch nicht vorhanden ist“, erklärt Prof. Karall.

Auch die Aminosäure Tryptophan ist vermutlich wichtig. Sie wird im Körper unter anderem zur Bildung von Melatonin benötigt. In der Muttermilch steigt die Tryptophan-Konzentration nachts an, während sie in der Formulanahrung konstant bleibt. Dadurch könnte sich bei gestillten Babys der Tag-Nacht-Rhythmus früher entwickeln.

Ein dritter möglicher Zusammenhang führt über den Darm: Stillen unterstützt die Entwicklung einer gesunden Darmflora. Über die sogenannte Darm-Hirn-Achse kommunizieren Darm und Gehirn miteinander. Die Darmflora könnte deshalb ebenfalls Einfluss auf die neurologische Entwicklung und den Schlaf der Kinder nehmen.

Schlafbedarf verändert sich
Wie viel Schlaf ein Kind braucht, hängt stark vom Alter ab. Neugeborene schlafen bis zu 18 Stunden am Tag, jeweils drei bis vier Stunden am Stück. Im Alter von vier bis zwölf Monaten sind etwa 12 bis 16 Stunden üblich, bei Ein- bis Zweijährigen etwa 11 bis 14 Stunden.

Im Alter von vier bis sechs Monaten beginnt sich das Schlafmuster des Babys dem von Erwachsenen immer stärker anzunähern. „Dann kann das Baby bestimmte Dinge, die sich wiederholen, mit der Schlafenszeit verbinden, z.B. das Bett, in das es gelegt wird, als Ort zum Schlafen“, ergänzt Dr. Karall. Vorlesen oder andere ruhige Rituale begleiten das Zubettgehen ebenso auf ideale Weise. Bei anhaltenden Schlafproblemen sollten Eltern ihren Kinderarzt um Rat fragen.

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