Eine Parteispitze mit drei Köpfen wurde nach dem Aus des Salzburger Ex-SPÖ-Chefs David Egger erfunden. Weil niemand den Chefsessel will, müssen die Stellvertreter einspringen. Salzburgs aktueller SPÖ-Chef Peter Eder blickt zufrieden auf die Zeit zurück, der Erfolg des Experiments war überschaubar.
„Wenn du nicht mehr weiter weißt, dann gründe einen Arbeitskreis“, heißt es in der Politik oft. Die krisengebeutelte SPÖ hat den bescheiden erfolgreichen Spruch offenbar für Führungsprobleme aller Art umgemodelt. „Verlässt der Chef seinen Sitz, probier’ es mit dem Dreierspitz’!“ So oder so ähnlich lautet bei den Roten offenbar das Motto.
Nachdem Peter Eder, Bettina Brandauer und Barbara Thöny die Salzburger Partei mehr als ein Jahr zu dritt geführt haben, versuchen sich jetzt in der Bundespartei neben dem scheidenden Parteichef Andreas Babler die beiden Stellvertreter Eva-Maria Holzleitner und Philip Kucher an der Spitze. Ob die Bundespartei in Wien die Salzburger Idee wegen großen Erfolgs aufgegriffen hat?
Bei dieser Frage muss der Salzburger SPÖ-Chef Peter Eder schmunzeln: „Nein, es war nicht mein Vorschlag, und die Salzburger Lösung von vor zwei Jahren war auch kein Thema.“ Sowohl die Bundespartei jetzt als auch Salzburg damals hätten nach den Parteiregularien gehandelt.
„Im Statut steht, dass nur der Vorsitzende oder die gewählten Stellvertreter die Partei führen können“, erklärt Eder. Deshalb kamen jetzt neben Babler eben dessen Stellvertreter Holzleitner und Kucher zum Zug. In Salzburg haben nach dem Rücktritt von David Egger 2024 die drei Stellvertreter Brandauer, Eder und Thöny die Parteiführung übernommen – bis Eder im heurigen Juni schließlich alleine die Führung übernahm.
Eder mit deutlicher Kritik an Noch-SPÖ-Chef Babler
„Bei uns hat das gut funktioniert, wir haben uns die Aufgaben aufgeteilt“, meint Eder. Kritiker sehen das weniger rosig. Der Partei hat ein Gesicht und ein Ansprechpartner gefehlt, die Zukunft war ungeklärt. Dennoch ist Eder auch für den Bund optimistisch.
„In so einer Konstellation ist klar, es geht um die Sache und nicht um einzelne Personen. Wir haben uns gut verstanden, das Gefühl habe ich bei den beiden auch“, sagt Eder über Holzleitner und Kucher.
Der Salzburger SPÖ-Chef ist mit dem Ausgang der SPÖ-Krisensitzung in Wien zufrieden und stellt am Tag danach gegenüber der „Krone“ auch klar, auf welcher Seite er am Sonntagabend stand. „Unser Tenor war, es geht nicht mehr. Das haben alle klar gesagt. Die Menschen haben in Andreas Babler überhaupt kein Vertrauen mehr. Dann ist es in der Politik schwierig“, sagt er.
Wieder einmal gibt es in der SPÖ und bei Eder die Hoffnung, dass zumindest nach dem Parteitag im kommenden Jahr Ruhe einkehrt: „Das Wichtigste ist, dass das Bild der Zerstrittenheit ein Ende hat.“
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