Wer ersetzt Babler?

Gerüchte um SPÖ-Gipfel: Wieder neuer Name im Spiel

Innenpolitik
04.10.2026 11:07

Ab 13 Uhr geht es rund bei den Roten: Bei zwei Gipfeln mit allen Landesparteichefs in Wien soll über die Führungsfrage entschieden werden. Klar scheint: Das Ende von Andreas Babler als Vizekanzler und SPÖ-Chef scheint besiegelt. Im Poker um seine Nachfolge gibt es derzeit vor allem zwei realistische Varianten. Aber auch ein neuer Name tauchte auf.

„Das Einzige, das ich ausschließen kann, ist, dass Michael Ludwig und Hans Peter Doskozil danach noch zu zweit Abendessen gehen“, meint ein roter Spitzenfunktionär mit Blick auf den SPÖ-Showdown am Sonntag. Die Drähte glühten und glühen zwischen den roten Spitzen quer durch Österreich. Um 13 Uhr werden alle neun Landesparteichefs unter sich über die Zukunft von Andreas Babler beraten, ehe um 16 Uhr der Kreis erwartet – und der Ort gewechselt werden wird. In einem Wiener Hotel geht es dann im Beisein von Babler, aber auch Frauenchefin Eva-Maria Holzleitner plangemäß bis mindestens 19 Uhr ans Eingemachte.

Babler weg – und Zeiler nicht?
In der Bundeshauptstadt, dem roten Machtzentrum, hat man indes bereits am Samstag die Weichen in den Stadtparteigremien gestellt. Andreas Babler darf es nicht mehr sein, sein Herausforderer Gerhard Zeiler darf es nicht werden, lautete das Ergebnis der Besprechungen. Mit Blick auf den Showdown lässt das noch viel offen. Die „Krone“ hat sich umgehört: derzeit sind für das Vizekanzleramt und die SPÖ-Spitze vor allem fünf Namen – und zwei Modelle realistisch. 

Marterbauer und Holzleitner als Doppelspitze?
Die Wiener Wunschlösung? Obwohl sowohl Finanzminister Markus Marterbauer, als auch die rote Frauenchefin und Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner dementierten, die Ämter als Vizekanzler und SPÖ-Chefin übernehmen zu wollen, wird hinter den Kulissen weiter genau daran gebastelt. Das Modell Doppelspitze wäre leicht umsetzbar, da Babler per Paragraf 60 des SPÖ-Statuts ohne Aufwand eine seiner Stellvertreterinnen mit der Geschäftsführung beauftragen könnte – das würde auf Holzleitner zutreffen. Marterbauer, der bekanntlich erst einmal gesund werden will, könnte die SPÖ derweil – ohne allzu großen Mehraufwand – die SPÖ in der Regierung stabilisieren.

Bleiben Marterbauer und Holzleitner bei ihrem Nein, könnte dieselbe Ämter-Aufteilung auch mit Verkehrsminister Peter Hanke als Vizekanzler und Klubobmann Philip Kucher angedacht – und durchgeboxt – werden.

Hat Wrabetz am Ende gut lachen und wird Minister?
Hat Wrabetz am Ende gut lachen und wird Minister?(Bild: Andreas Tischler)

Das durch Bablers Abschied frei werdende Medienministerium könnte dann gegebenenfalls durch den ehemaligen ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz besetzt werden. Sollten Marterbauer und Holzleitner ihre Dementis doch nicht so ernst gemeint haben, müssten diese Variante aber auch die Länder mittragen – und denen ist das Modell politisch wohl „zu links“. Zudem müsste man für Babler noch ein Amt finden, das den angestrebten „gesichtswahrenden Abgang“ ermöglicht.

Grand Dame der SPÖ: Übernimmt Doris Bures?
Grand Dame der SPÖ: Übernimmt Doris Bures?(Bild: APA/ROLAND SCHLAGER)

Insider: Variante Ämtertausch
In roten Kreisen außerhalb Wiens wird daher auch eine andere Rochade immer beliebter. Sie scheint für alle neun Bundesländer tragbar – und für Babler eine Art „golden Handshake“ zu sein. Die Dritte Nationalratspräsidentin und Grande Dame der SPÖ Doris Bures könnte beide Ämter Bablers übernehmen – und Babler ins Nationalratspräsidium wechseln. „Bures wäre ob ihres Ansehens nicht zu verhindern und sicher eine Wunschlösung der Länder – wenn sie denn will. Babler würde formell sogar aufsteigen, ähnlich viel verdienen und sicher dankend gleich einschlagen“, meint ein Insider gegenüber der „Krone“. Der Haken: Auch Bures winkte im Vorfeld eigentlich ab. Sollten die Länder sie aber beknien, könnte sie aber auch zumindest interimistisch die Partei aus dem Nationalratspräsidium führen, bis sich „andere Lösungen“ finden.

Neuerdings ebenfalls genannt: Peter Kaiser
Neuerdings ebenfalls genannt: Peter Kaiser(Bild: Handler Wolfgang)

Am Rande tauchte auch ein neuer Name in der aktuellen Debatte auf – wenn auch in der SPÖ früher schon des Öfteren als möglicher Spitzenkandidat angedacht: nämlich Kärntens ehemaliger Landeshauptmann Peter Kaiser. Er sei in der Partei bei allen anerkannt und könnte den geordneten Übergang organisieren, heißt es gegenüber der „Krone“.

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