Video geht viral

Elektroauto schleift eigenen Motor hinter sich her

Motor
20.07.2026 14:46
Porträt von krone.at
Von krone.at

Videos aus China sorgen derzeit weltweit für Aufsehen: Ein BYD Tang fährt im Regen in der Stadt Shenyang – und zieht seinen hinteren Elektromotor hinter sich her. Die Bilder verbreiteten sich rasant in sozialen Medien und lösten Spekulationen über die Qualität des Elektro-SUVs aus.

Doch offenbar ist dem Hersteller kein Vorwurf zu machen: Nach Angaben von BYD handelt es sich nicht um einen Material- oder Konstruktionsfehler, sondern um die Folge eines heftigen Aufpralls auf ein Hindernis.

Der Motor hängt nur noch am Hochvoltkabel. Unter dem Fahrzeug ist auch die abgerissene ...
Der Motor hängt nur noch am Hochvoltkabel. Unter dem Fahrzeug ist auch die abgerissene Antriebswelle zu erkennen.(Bild: Weibo)

Der Wagen hatte zuvor eine überflutete Stelle durchfahren. Aus den Fahrzeugdaten und den beschädigten Befestigungspunkten gehe hervor, dass der Tang beim Durchfahren der Überflutung massiv mit dem Unterboden aufgeschlagen sei. Dabei sei die komplette hintere Antriebseinheit aus ihrer Verankerung gerissen worden.

„Einen Motor geboren“
Die Aufnahmen selbst sind spektakulär. Zu sehen ist ein schwarzer BYD Tang, dessen hintere Antriebseinheit nur noch an den orangefarbenen Hochvoltkabeln hängt und über die Straße geschleift wird. Trotzdem rollt das Fahrzeug noch ein Stück weiter – ein Bild, das im Internet schnell mit dem scherzhaften Kommentar versehen wurde, der SUV habe seinen Motor „geboren“.

Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.
Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.(Bild: Car News China)

BYD hatte zuvor bereits gewarnt
Nur wenige Tage vor dem Vorfall hatte BYD seine Kunden ausdrücklich davor gewarnt, die Wasserdichtigkeit der Fahrzeuge falsch zu verstehen. Zwar erfüllen die Blade-Batterien die Schutzklassen IP67 beziehungsweise IP68 und sind damit gegen eindringendes Wasser abgesichert. Das bedeute jedoch nicht, dass man bedenkenlos durch tiefe Überflutungen fahren könne. Unter der Wasseroberfläche verborgene Bordsteine, Steine oder offene Kanaldeckel könnten massive Schäden am Unterboden verursachen – selbst wenn Batterie und Hochvoltsystem unbeschädigt bleiben. Genau dieses Szenario sieht BYD nun als Ursache des Vorfalls.

Einen detaillierten technischen Untersuchungsbericht hat der Hersteller bislang allerdings nicht veröffentlicht. Auch welche Bauteile neben der Antriebseinheit beschädigt wurden, ist derzeit nicht bekannt. Die Erklärung stützt sich auf erste Auswertungen der Fahrzeugdaten sowie auf die sichtbaren Schäden an den Befestigungspunkten.

Der Fall zeigt vor allem eines: Auch Elektroautos sind physikalischen Grenzen unterworfen. Eine wasserdichte Batterie schützt vor Kurzschlüssen – nicht aber vor den enormen Kräften, die entstehen, wenn ein Fahrzeug bei Hochwasser mit hoher Wucht auf ein verborgenes Hindernis trifft.

Für BYD ist die schnelle Reaktion dennoch wichtig. Der Hersteller will den Eindruck vermeiden, dass sich der Antrieb ohne äußere Einwirkung gelöst hat. Nach aktuellem Kenntnisstand gibt es keine Belege dafür, dass sich der Motor aufgrund eines Produktionsfehlers gelöst hat.

Der BYD Tang ist ein knapp fünf Meter langes Elektro-SUV mit einem Leergewicht von 2,6 Tonnen, 380 kW/517 PS und einer WLTP-Reichweite von bis zu 530 Kilometer. Er wird auch in Österreich angeboten, zum Listenpreis von 72.000 Euro (abzüglich allfälliger Rabatte).

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