Brandgefährlich

Entsorger fordern Cashback für Lithium-Akkus

Digital
16.07.2026 16:49
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nachdem falsch entsorgte Lithium-Batterien der Abfallwirtschaft zunehmend Probleme bereiten, plädiert diese nun für ein Cashback-System. So sollen sich Brände verhindern und wertvolle Rohstoffe gewinnen lassen, erklärte der Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB) im Rahmen eines runden Tisches bei Umweltminister Norbert Totschnig (ÖVP) am Donnerstag.

Derzeit werden nach einer Hochrechnung der Montanuniversität Leoben rund 17 Millionen Lithiumbatterien jährlich nicht korrekt entsorgt. Damit entgehen der Wirtschaft Rohstoffe wie Nickel, Lithium, Kobalt oder Mangan. Zudem führten die nicht korrekt entsorgten Batterien in den vergangenen 18 Jahren zu mehr als 1000 öffentlichkeitswirksamen Bränden.

Höhere Sammelquote zu erwarten
Mit einem Cashback-System, bei dem Konsumentinnen und Konsumenten je nach Batterie zwischen 50 Cent und 50 Euro erhalten würden, könnte die Sammelquote deutlich angehoben werden – sie liegt derzeit bei 53 Prozent und muss laut EU-Vorgaben bis 2030 auf 73 Prozent steigen. Darüber hinaus ließen sich nach Angaben des VOEB binnen fünf Jahren Brandschäden von rund 480 Millionen Euro verhindern.

In der Branche findet dieses Modell allerdings nicht nur Zustimmung: Erst kürzlich sprach sich Thomas Maier, Geschäftsführer der Elektro Recycling Austria (ERA) dagegen aus. „Wenn das nur Österreich macht, kaufen die Leute die Batterien in Freilassing (Deutschland; Anm.) und geben sie dann in Salzburg zurück“, kritisierte er.

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