Die E-Control sieht beim geplanten Google-Rechenzentrum in Kronstorf (OÖ) auch im Endausbau auf 500 Megawatt (MW) Leistung kein Problem für die Stromversorgung. „Es gibt zwei Ausbaustufen, was uns bekannt ist, für den Netzanschluss: 150 und 500 MW. Diese Netzanschluss-Möglichkeiten sind in Oberösterreich gegeben“, sagte E-Control-Vorstand Alfons Haber.
Es sei immer eine Netzanschlussbewertung zugrunde liegend, ob die Leistung an einen bestimmten Netzanschluss angeschlossen werden kann, erklärte Haber. Auch die Versorgung mit erneuerbarer Energie sei möglich, mit Blick auf die ohnehin bestehenden Ausbauziele für Ökostrom. Dem Ziel Österreichs, bis 2030 über das Jahr gerechnet 100 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Quellen zu produzieren, liege auch eine Simulation der Verbrauchsentwicklung zugrunde. „Wir haben aktuell einen Verbrauch zwischen 60 und 65 Terawattstunden (TWh). Wir gehen davon aus, dass dieser Verbrauch bis 2030 in Richtung 80 bis 90 Terawattstunden steigen könnte“, so Haber. Es sei in den Szenarien also berücksichtigt, dass auch so große Verbraucher, die eine Terawattstunde oder mehr verbrauchen könnten, sowohl mit erneuerbarer Energie als auch generell versorgt werden können.
Elektro-Hochofen der Voest als weiterer Großverbraucher
Das Google-Rechenzentrum ist nicht der einzige Großverbraucher, der in den nächsten Jahren ans Netz gehen soll. Ein Projekt in ähnlicher Dimension ist der neue Elektro-Hochofen der Voestalpine in Linz. Dieser Elektrolichtbogenofen hat laut Voest-Angaben eine „Leistung von weit über 100 MW“ und verbraucht zusammen mit dem zweiten, etwas kleineren Elektrolichtbogenofen in Donawitz allein in der ersten Ausbaustufe eine Terawattstunde Strom pro Jahr. Beim Google-Rechenzentrum soll der Jahresstromverbrauch im Endausbau bei 1,5 bis 2 Terawattstunden liegen. Auch die geplante Wasserstoff-Elektrolyseanlage der OMV in Bruck an der Leitha in Niederösterreich liegt mit 140 MW in der Größenordnung.
2500 MW für Rechenzentren angefragt
Laut „Salzburger Nachrichten“ liegen dem zuständigen Übertragungsnetzbetreiber Austrian Power Grid (APG) derzeit Anfragen von 2500 MW allein für Rechenzentren vor. Verbindliche Zusagen gibt es demnach für 550 MW für zwei Unternehmen – für Google sowie den US-Anbieter Cloud HQ. APG-Chef Gerhard Christiner sagt, der Mehrverbrauch an Strom durch Google und Co. habe einen volkswirtschaftlichen Vorteil, weil sich die Milliarden, die so oder so in den Netzaus- und -umbau investiert werden, auf mehr Abnehmer verteilen.
In einer gänzlich eigenen Liga in puncto Netzanschluss spielen übrigens die großen Pumpspeicherkraftwerke in den Alpen mit teilweise über 1.000 MW Anschlussleistung. Ihr Netzanschluss ist bidirektional ausgelegt, sie können also Strom einspeisen (Turbinenbetrieb) oder exakt dieselbe Dimension als Verbraucher aus dem Netz ziehen (Pumpbetrieb).
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