„Kein Lenkungseffekt“

ARA erteilt Batterien-Pfand eine klare Absage

Wirtschaft
03.07.2026 08:31
Porträt von krone.at
Von krone.at

Immer wieder werden Stimmen laut, die ein Pfand- oder Cashback-Sytem für Batterien fordern. Die Abfall Recycling Austria (ARA) hat diesem Ruf nun eine Absage erteilt. Es hätte „keinen Lenkungseffekt“, sagte Thomas Maier, Geschäftsführer der Elektro Recycling Austria (ERA). Ein solches System habe bereits bei Kühlgeräten nicht funktioniert.

Bis Mitte 2005 bekamen Kundinnen und Kunden beim Kauf eines Kühlschranks ein Pickerl. Wurden die alten, defekten Kühlschränke zurückgebracht, erhielten die Kundinnen und Kunden mit dem Pickerl Geld retour. „Aber das haben die meisten nicht mehr gefunden“, blickte Maier im Gespräch mit der APA zurück. Auch ein sogenanntes Cashback-System bringe nicht den gewünschten Effekt. „Wenn das nur Österreich macht, kaufen die Leute die Batterien in Freilassing (Deutschland; Anm.) und geben sie dann in Salzburg zurück.“

Beide Systeme würden zudem Kosten verursachen, die letztlich die Konsumentinnen und Konsumenten zu tragen hätten. Daher würden die Verkäufe über Onlineplattformen zunehmen, sagte Maier. Dabei laufe man zudem Gefahr, Billigprodukte zu erwerben, die rasch zu einem Sicherheitsrisiko werden können.

Zitat Icon

Wenn das nur Österreich macht, kaufen die Leute die Batterien in Freilassing (Deutschland; Anm.) und geben sie dann in Salzburg zurück.

ERA-Chef Maier zu einem Cashback-System

Sammelquote von 82 Prozent
Zu den Aufgaben der ERA, der Tochter der ARA, zählen das Sammeln und Recyceln von Elektrogeräten sowie Batterien. Bei den herkömmlichen Batterien beträgt die Sammelquote 82 Prozent, in manchen Quartalen ist der Wert deutlich höher. Was die Quote drückt, ist das geringe Sammelaufkommen bei Lithium-Ionen-Akkus, das nur 14 Prozent ausmacht. Gerade diese sind eine potenzielle Gefahr, wenn sie nicht ordnungsgemäß entsorgt werden. Diese Akkus können etwa bei Über- oder Tiefentladung sowie Beschädigung zu Bränden führen.

Die durchschnittliche Behaltedauer eines herkömmlichen Akkus im Haushalt liegt bei 6,5 Jahren. Mehr als die Hälfte der Handys würden zwar nach drei bis fünf Jahren ausgesondert, dann aber in der Schublade landen, sagte Maier. Tablets sind im Schnitt 5,3 Jahre und Laptops 7,4 Jahre im Gebrauch, geht aus einer Erhebung der ERA im Jahr 2019 hervor.

Österreichweit gibt es mehr als 2100 Sammelstellen für Akkus. Bei der Aufbewahrung der Lithium-Ionen-Akkus wird das Mineral Vermiculit als Brandschutz eingesetzt. Inzwischen können Akkus laut Maier gut recycelt werden. Zudem werden ab 1. Jänner 2027 Einwegprodukte mit Akkus wie etwa E-Zigaretten verboten. Ab Mitte Februar dürfen Hersteller auch nur mehr Mobilgeräte mit austauschbaren Akkus produzieren.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung