Online-Riese im Visier
Ukraine greift erneut russische Verteilzentren an
Die ukrainische Armee hat erneut Logistikzentren des größten russischen Online-Versandhändlers Wildberries ins Visier genommen. In sozialen Netzwerken kursierten nicht überprüfte Aufnahmen, die die Großbrände in Krasnodar und Newinnomyssk zeigen sollen.
Einsatzkräfte teilten mit, dass im Lager von Krasnodar drei Menschen verletzt worden seien. Der Gouverneur der Region Stawropol, Wladimir Wladimirow, sprach von fünf Verletzten bei dem Brand in Newinnomyssk. Die Zeitung „Kommersant“ berichtete auf Grundlage von Expertenschätzungen, dass inzwischen etwa sieben Prozent der Wildberries-Lagerkapazitäten nicht mehr nutzbar seien.
In den vergangenen Tagen hatte die Ukraine auch Wildberries-Logistikzentren im Moskauer Gebiet und in der Region Tambowsk in Brand gesetzt. Dabei starben insgesamt acht Menschen, Dutzende wurden verletzt. Russische Ermittler warfen der Ukraine vor, mit Terroranschlägen zivile Objekte unter Beschuss zu nehmen. Auch Russland hatte Logistikzentren in der Ukraine angegriffen.
Selenskyj: In Verteilzentren auch militärische Güter gelagert
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj verteidigte die Angriffe – als Ziele in Kiews Abwehrkampf gegen den russischen Angriffskrieg. Selenskyj behauptete, dass dort mit Sanktionen des Westens belegte Güter gelagert seien, die sowohl für zivile als auch für militärische Zwecke genutzt werden könnten. Russische Kommentatoren meinten, dass die Ukraine so vor allem versuche, Widerstand in der Gesellschaft gegen den Krieg von Kremlchef Wladimir Putin zu schüren.
Kremlsprecher Dmitri Peskow wies zurück, dass Wildberries-Lager zur Versorgung des russischen Militärs genutzt würden. „Das Kiewer Regime setzt seine Schläge gegen zivile Objekte fort, darin liegt der Terrorcharakter des Kiewer Regimes“, sagte er.
„Kriegsverbrechen“: Zahl getöteter Zivilisten stark gestiegen
Laut einem aktuellen Bericht der UNO-Menschenrechtskommission ist die Zahl getöteter Zivilisten im Ukraine-Krieg zuletzt stark gestiegen. In der ersten Jahreshälfte seien 1396 zivile Todesopfer und 7978 verletzte Zivilisten dokumentiert worden, erklärte Leiterin Danielle Bell am Dienstag in Genf. Dies entspreche einem Anstieg von 37 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Das UNO-Menschenrechtsbüro verurteilte mehrere Angriffe der vergangenen Tage – darunter auch auf die Wildberries-Verteilzentren –, bei denen in der gesamten Ukraine und in Russland zivile Opfer zu beklagen waren. „Zivilisten und zivile Infrastruktur stehen unter dem Schutz des humanitären Völkerrechts“, sagte der Sprecher des UNO-Menschenrechtsbüros, Thameen Al-Kheetan. Jeder vorsätzliche Angriff dieser Art „ist ein Kriegsverbrechen“.









Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.