Rätsel um DNA-Probe

Private Retter behaupten: Das ist nicht „Timmy“!

Deutschland
22.07.2026 10:38
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Geschichte von Buckelwal „Timmy“ ist um ein bemerkenswertes Kapitel reicher. Die deutsche private Rettungsinitiative behauptete nun, eigene DNA-Proben entnommen zu haben. Das Ergebnis: noch mehr Verwirrung als ohnehin schon ...

Das Drama um den Meeresriesen geht nahtlos weiter! Die neueste Wendung: Ein DNA-Test deute darauf hin, dass der am dänischen Strand Anholt angespülte tote Wal möglicherweise nicht der berühmte „Timmy“ war. Das sagt zumindest die private Rettungsinitiative, die den Wal in die Nordsee geschleppt hat. Fachleute kritisierten das als Tierquälerei.

Die „Bild“-Zeitung berichtete vorab von Unstimmigkeiten zwischen den Gewebeproben. In Hamburg sollen die Ergebnisse am Mittwoch im Detail vorgestellt werden. Die freiwilligen Retter sind überzeugt: Das ist nicht „Timmy“! Sie hatten laut eigenen Angaben selbst eine Probe vom toten Tier entnommen und mit einer früheren vom Ostsee-Wal vergleichen lassen.

Es gibt keine Zeugen für DNA-Entnahme
Wie immer bei dem tierischen Drama gibt es auch in diesem Fall ein ziemlich großes Aber. Lagermängel oder unsachgemäßer Transport könnten die Testergebnisse verfälscht haben – für die Probenentnahme der deutschen Helfer gab es zudem keine Zeugen.

Chronologie

  • Anfang März: Der Buckelwal taucht zum ersten Mal in der Ostsee auf.
  • 23. März: Strandung vor Timmendorfer Strand. Bagger müssen das Tier freilegen.
  • Irrweg: Der Wal schwimmt kurz in die richtige Richtung, dreht aber nach Wismar ab und strandet erneut.
  • 1. April: Erneute Strandung in der Bucht der Insel Poel. Umweltminister Till Backhaus (Mecklenburg-Vorpommern) will das Tier in Ruhe lassen.
  • 28. April: Eine private Initiative um MediaMarkt-Mitgründer Walter Gunz und Karin Walter-Mommert schleppt den Wal per Transportkahn in die Nordsee. 
  • 2. Mai: Freilassung des Tiers. Der Tracker liefert danach kurzzeitig Vitalwerte, aber keine Standorte.
  • Mitte Mai: Der Kadaver wird vor Anholt angespült, von den Dänen obduziert, zerlegt und zu Biodiesel verarbeitet. Die Knochen sollen in Museen landen.

Noch immer spricht vieles dafür, dass es sich um den Buckelwal aus der Ostsee handelte. Bei dem toten Tier fand man einen Tracker, der Vitalwerte übermitteln sollte. Die Daten stimmten mit jenen der Rettungsinitiative überein. Zudem wies der Kadaver Verletzungen auf, die beim Ostsee-Wal dokumentiert waren. Auch die Fluke passte exakt – die bei Walen mit einem Fingerabdruck gleichgesetzt wird.

Wal-Forscher und Biologe Fabian Ritter (58) bestätigte gegenüber der „Bild“ zudem nach einem Fotovergleich der Schwanzflosse: „Es handelt sich um dasselbe Individuum. Man erkennt ganz klar den individuellen Kantenverlauf am hinteren Ende der Fluke.“

Der schon stark verweste Kadaver des Wals wurde nach der Strandung auf der dänischen Insel Anholt von Experten obduziert, zunächst ohne konkrete Ergebnisse zur Todesursache. Dabei kam jedoch heraus, dass die deutsche Rettungsinitiative selbst beim Geschlecht des Tieres falsch lag. „Timmy“ war ein Weibchen.

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