Hohe Temperaturen in der Nacht machen erholsamen Schlaf derzeit oft schwierig. Dabei sind diese Ruhephasen für den Körper sehr wichtig. Welche Zusammenhänge zwischen Schlaf, Herz und Kreislauf bestehen (auch in kühlen Nächten) und wie einfache Maßnahmen für gute Nachtruhe sorgen, lesen Sie hier.
Guter Schlaf ist wichtig für die körperliche und seelische Gesundheit. Denn während wir uns nachts ausruhen, arbeitet der Körper brav weiter: Das Gehirn sortiert Erinnerungen, Fett- und Zuckerstoffwechsel werden reguliert, das Immunsystem gestärkt sowie zelluläre Reparaturprozesse angestoßen. Doch immer mehr Menschen haben Probleme beim Ein- und Durchschlafen und „bezahlen“ dies manchmal auch mit ihrer Gesundheit.
Chronischer Schlafmangel erhöht Risiko für Herz-Kreislauf-Leiden
Schlafmangel (weniger als fünf Stunden pro Nacht) ist besonders gefährlich für das Herz: Der oxidative Stress nimmt zu und es entstehen aggressive Sauerstoffverbindungen („freie Radikale“), die Zellen und Gewebe angreifen. Eine langfristige Folge dieser schwelenden Entzündungen sind etwa Schäden an der zarten Innenschicht der Blutgefäße (Endothel). Das begünstigt Arteriosklerose (Arterienverkalkung). Diese ist die wichtigste Ursache für Herz-Kreislauf-Leiden wie koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt, Herzschwäche und Schlaganfall, so Experten der Deutschen Herzstiftung. Auch das Risiko, daran zu versterben, steigt!
Das metabolische Syndrom – die folgenschwere Kombination aus stillen Gefäßkillern wie hohen Zucker- und Blutfettwerten, Bluthochdruck und extremem Übergewicht – wird ebenso durch Schlafmangel begünstigt. Dieses „tödliche Quartett“ ist eine der Hauptursachen von lebensbedrohlichen Komplikationen wie Herzinfarkt und Schlaganfall. Andauernden Schlafmangel sollte daher niemand auf die leichte Schulter nehmen.
Auch zu viel Schlaf ist schlecht
Aber nicht nur zu kurze Nachtruhe, sondern auch dauerhaft zu viel Schlaf (mehr als neun Stunden) kann überraschenderweise ungünstig sein. Studien zeigen nämlich, dass sowohl kurze als auch sehr lange Schlafzeiten mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen einhergehen. Es wird daher für Erwachsene mittlerweile eine Schlafdauer von durchschnittlich sieben Stunden pro Nacht empfohlen, so die Kardiologen. Anders sieht es bei den Jüngsten aus: Schulkinder brauchen in der Regel neun bis elf und Säuglinge sogar 14 bis 17 Stunden Schlaf.
Nächtliche Störfaktoren
Häufige Ursachen für Schlafmangel sind Schichtarbeit, ständige Erreichbarkeit, Lärm, spätes Scrollen am Smartphone oder allgemein Stress. Auch künstliches Licht am Abend bringt die innere Uhr aus dem Takt – und damit den natürlichen Rhythmus von Schlaf und Wachsein durcheinander.
Im Sommer kommt mit den hohen Temperaturen eine zusätzliche Herausforderung hinzu. Warme Nächte erschweren das Ein- und Durchschlafen und führen dazu, dass sich der Körper schlechter erholt. Diese „Auftankphase“ wäre jedoch wichtig für Herz und Kreislauf. Kleine Maßnahmen – ein möglichst kühles Schlafzimmer, frühes oder spätes Lüften sowie leichte, atmungsaktive Bettwäsche – helfen bei sommerlichen Temperaturen.
Tipps für gesunden Schlaf
Gute Schlafgewohnheiten machen zusätzlich einen Unterschied. Dazu zählen feste Schlaf- und Aufstehzeiten, ein ruhiges, dunkles Schlafzimmer und leichte Mahlzeiten am Abend. Kaffee sollte einige Stunden vor dem Zubettgehen vermieden werden.
Regelmäßige Bewegung ist sinnvoll, allerdings besser nicht direkt vor dem Schlafengehen – sonst wird das „Herunterfahren“ des Körpers erschwert. Bei intensivem Training wie beispielsweise Intervalltraining oder schnellen Intervallläufen sollte die zeitliche Distanz zur Ruhezeit zwei bis vier Stunden betragen, bei moderatem Training (z.B. lockeres Joggen oder Radfahren) ein bis zwei Stunden. Denn Sport unmittelbar vor dem Schlafengehen erhöht u.a. die Stresshormone und aktiviert den Stoffwechsel.
Wer trotz ausreichenden Schlafs ständig müde ist, sich tagsüber nicht erholt fühlt und stark schnarcht, sollte das ärztlich abklären lassen. Dahinter kann eine Schlafapnoe stecken – eine Erkrankung mit wiederholten nächtlichen Atemaussetzern –, die unbehandelt ebenso das Risiko für Herzinfarkt, Herzschwäche und Schlaganfall erhöht, warnen die Kardiologen der Deutschen Herzstiftung abschließend.
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