Zu wenig investiert?

Waldbrände: Kanada weist Trumps Kritik zurück

Ausland
18.07.2026 10:36
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Kanada kämpft derzeit mit intensiven Waldbränden. Bis zum Samstag, 18. Juli, wurden landesweit fast 3800 Waldbrände registriert. „Kanada hat seit 2020 Milliardensummen in die Nachhaltigkeit der Wälder und die Brandprävention investiert“, sagte Kanadas Katastrophenschutzministerin Eleanor Olszewski. 

Am Samstagvormittag waren 954 Brände aktiv, die meisten davon nicht unter Kontrolle. In vielen Regionen waren in den vergangenen Tagen bereits Veranstaltungen abgesagt worden. Betroffen waren unter anderem Ferienprogramme für Kinder und Jugendliche, städtische Angebote und Veranstaltungen unter freiem Himmel, wie eine öffentliche Fußballspiel-Übertragung auf dem Nathan Phillips Square. An den Niagarafällen, einer der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Kanadas, wurde ein geplantes Feuerwerk wegen der schlechten Luftqualität abgesagt. Es werde zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt, hieß es.

In der Großstadt Toronto war die Luftqualität zeitweise gar weltweit am schlechtesten. Am Mittwoch wurden die Menschen aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben, insbesondere Kinder, ältere Menschen und Personen mit Herz- oder Lungenerkrankungen.

Hier sehen Sie Aufnahmen aus Toronto vom Mittwoch. An diesem Tag wurden Menschen aufgefordert, ihre Häuser nicht mehr zu verlassen.

Die Feuer wüten derzeit vor allem in West- und Nordkanada. In den Nordwest-Territorien sowie Teilen des Yukon erschweren große Entfernungen und schwer zugängliche Gebiete die Brandbekämpfung. Auch in British Columbia führen Trockenheit und hohe Temperaturen zu einer angespannten Lage. In der Fraser-Valley-Region musste Anfang Juli vorübergehend der Trans-Canada Highway gesperrt werden. Ebenfalls betroffen sind die Regionen Québec, Ontario, Manitoba, Saskatchewan und Atlantic. Laut den kanadischen Behörden wurden mehr als 2000 Menschen vor den Flammen in Sicherheit gebracht.

Hier sehen Sie eine Aufnahme aus British Colombia:

Teilweise durch Menschen verursacht
Am Samstag wurden 67 neue Waldbrände gemeldet, 12 davon wurden laut dem Canadian Wildland Fire Information System (CWFIS) von Menschen verursacht. In den Bundesstaaten British Colombia, Alberta, Saskatchewan, in den Nordwest-Territorien sowie in Manitoba kommt es zwischen Frühling und Herbst wegen Trockenheit immer wieder zu Busch- und Waldbränden.

Wie berichtet, hat der gesundheitsgefährdende Rauch der Feuer in den vergangenen Tagen auch US-Millionenstädte wie New York und Chicago erreicht. Am Freitag gaben die Behörden auch in Washington eine Warnung wegen sehr hoher Feinstaubbelastung aus. „Die Vereinigten Staaten werden unnötigerweise von einer schmutzigen, verschmutzten und gesundheitsschädlichen Luft heimgesucht, deren Qualität eine völlig inakzeptable Gefahr darstellt“, schrieb US-Präsident Donald Trump am Freitag (Ortszeit) auf Truth Social. Das sei „grobe Fahrlässigkeit“ und würde den USA Milliarden von Dollar kosten. Um diese Gelder von Kanada zurückzuholen, kündigte er höhere Zölle an.

Kanada reagiert gelassen auf Trump
Trump warf Kanada zudem vor, seine Wälder ‚nicht ordnungsgemäß instand zu halten‘ und es zu versäumen, „grundlegendes Waldmanagement und die Beseitigung von Schutt“ vorzunehmen. Kanadas Katastrophenschutzministerin Eleanor Olszewski sagte nun, Kanada und die USA stünden in „ständigem Kontakt“ und verwies auf ihre „lange Geschichte der Zusammenarbeit im Kampf gegen Waldbrände“. Ihr Land habe seit 2020 Milliardensummen in die Nachhaltigkeit der Wälder und die Brandprävention investiert, hielt sie entgegen.

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