Meer war plötzlich weg

Meteotsunami überraschte Urlauber in Kroatien

Ausland
16.07.2026 09:38
Porträt von krone.at
Von krone.at

Sommerurlauber im südlichen Kroatien haben kürzlich ein besonderes Wetterphänomen beobachten können: Ein Meteotsunami wütete an der Küste. In einem beliebten Inselstädtchen gab es erst eine Überschwemmung, dann war das Meer plötzlich weg – und Boote im Hafen saßen auf dem Trockenen.

Sommerliche Gewitter können an der Adria heftig ausfallen – das sonst eher ruhige Meer kann sich manchmal auch äußerst ungemütlich zeigen, wenn eine heftige Front durchzieht. Das mussten Touristen am Mittwoch am eigenen Leib feststellen und konnten dabei ein spektakuläres, aber auch gespenstisches Wetterphänomen beobachten.

Eine gewaltige Gewitterfront zog durch, die zuvor schon am Nachmittag in Norditalien teilweise extremen Hagel mit bis zu acht Zentimetern Durchmesser beschert hatte. Als diese Kroatien erreichte, wurden im Süden Istriens und auf der Insel Losinj Windgeschwindigkeiten bis zu 32 Metern pro Sekunde gemessen, wie „Dalmacija Danas“ berichtete.

In Pula im Süden Istriens wurden große Äste von Bäumen gerissen:  

Vielerorts trat das Meer über die Ufer, wie etwa auch in den beliebten Urlaubsstädten Pula und Zadar. Gegen 23 Uhr wurde schließlich das malerische, historische Kleinod Stari Grad getroffen, wobei es zu extremen Schwankungen des Meeresspiegels kam. Erst stieg dieser um 30 Zentimeter an, überflutete die Uferpromenade und drang teilweise bis an Haustüren. Touristen, die nicht schnell genug flüchten konnten, bekamen nasse Füße.

Hier sind die Überschwemmungen und dann die auf Grund liegenden Boote in Stari Grad zu sehen:

Wasser reichte Nachtschwärmern teils bis zu den Knien
Anschließend sank der Meeresspiegel plötzlich um rund 60 Zentimeter unter den Normalwert ab. Im seichten Stadthafen ganz innen in der Bucht lagen deshalb die Boote schlagartig auf Grund. „Die Touristen, die dieses Phänomen wohl zum ersten Mal erlebten, waren am meisten überrascht. Manchen reichte das Wasser bis zu den Knien, und sie rannten vor den Fluten davon. Bei Ebbe berührten die Boote schließlich den Meeresgrund. Mitten im Sommer war das sicherlich ein sehr interessantes Schauspiel“, berichtete ein Einwohner des Städtchens gegenüber „Dalmacija Danas“.

Dieses Phänomen wird auch als Meteotsunami bezeichnet und entsteht durch kleinste Veränderungen des Luftdrucks, die zu Schwankungen des Meeresspiegels führen. Im Gegensatz zu einem gewöhnlichen Tsunami ist also kein Erdbeben, Erdrutsch oder Vulkanausbruch für die Schwankung des Meersspiegels verantwortlich. Ein Meteotsunami tritt vor allem in langgestreckten und flachen Buchten auf, vor allem dann, wenn diese in Richtung der eintreffenden Welle ausgerichtet sind.

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