„Krone“-Kommentar

Marterbauer hat Krebs, wie 409.000 andere auch

Kolumnen
18.07.2026 10:11

„Denn die einen sind im Dunkeln - Und die anderen sind im Licht“, heißt es in Brechts „Dreigroschenoper“.

Finanzminister Markus Marterbauer hat seine Krebserkrankung am vergangenen Montag ins Licht der Öffentlichkeit gestellt und damit Schweigen und Scham ein Stückchen Macht genommen. Es passt zum pragmatischen Ökonomen, dass er während seiner Therapie im Amt bleiben will und keine Interviews gibt. 

409.000 Menschen in Österreich sind ebenfalls an Krebs erkrankt. Unsichtbar, „denn die im Dunkeln sieht man nicht.“ Sie können vielleicht nicht im Job bleiben und ihren Aufgaben voll nachkommen wie der Spitzenpolitiker Marterbauer.

Aber wenn prominente und oftmals privilegierte Krebskranke ihre Stimme erheben, dann schafft das Solidarität: Prinzessin Kate und Anastacia, Robert de Niro und Michael Douglas, Johann Lafer und Andrea Kdolsky. Sie alle haben bewiesen, dass Offenheit kein Zeichen von Schwäche ist, sondern von Stärke.

Ob sichtbar oder unsichtbar, keinem bleibt der Weg durch diese Krankheit erspart. Der Schock nach der Diagnose. Wut und Kampfgeist. Das erste Haar, das ausfällt. Erschöpfung, Schmerzen, Übelkeit. Die Vorstellung, den Krebs vielleicht „besiegen“ zu können. Zuversicht und Dankbarkeit, wenn man die Therapie geschafft hat, auch wenn es sich nicht wie ein „Sieg“ anfühlt. Aber auch die Angst, dass „er“ zurückkehrt.

Ihnen, Herr Minister, und allen anderen, die ebenfalls eine Krebsdiagnose haben, alles Gute und viel Kraft!

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