Vater und Tochter tot

Traktor-Tragödie: Mutter fand verunglückte Familie

Vorarlberg
15.07.2026 12:35
Porträt von krone.at
Von krone.at

Ein Tag nach dem tragischen Traktorunglück in Satteins in Vorarlberg werden immer mehr Details bekannt. Ein Vater und seine sechsjährige Tochter verloren bei dem Unfall auf einem steilen Wiesengelände ihr Leben, die vierjährige Schwester überlebte und liegt derzeit im Spital. Besonders erschütternd: Die Mutter entdeckte die Unfallstelle erst, nachdem ihre Familie stundenlang nicht nach Hause zurückgekehrt war.

Es sind Szenen, die fassungslos machen: Am Vormittag des 14. Juli war ein Vater gemeinsam mit seinen beiden kleinen Töchtern auf einem Wiesengelände im Bereich Zwischentobel unterwegs. Sie fuhren mit einem Traktor samt Anhänger, als das tonnenschwere Gespann plötzlich ins Rutschen geriet. Das Fahrzeug verlor den Halt, kippte um und überschlug sich auf dem steilen Gelände.

Der Traktorlenker und die sechs Jahre alte Tochter starben bei dem Unfall, die zweite Tochter (4) wurde mit Verletzungen unbestimmten Grades ins Landeskrankenhaus Feldkirch geflogen.

Das Unfallfahrzeug
Das Unfallfahrzeug(Bild: Bernd Hofmeister)
Der Großeinsatz in Vorarlberg forderte auch die Rettungskräfte.
Der Großeinsatz in Vorarlberg forderte auch die Rettungskräfte.(Bild: Bernd Hofmeister)

Das Drama blieb stundenlang unbemerkt
Besonders tragisch: Da sich der Unfall in einem abgelegenen Bereich ereignete, bekam zunächst niemand etwas von dem Unglück mit. Weil ihr Ehemann und die beiden Töchter ungewöhnlich lange ausblieben, machte sich die Mutter schließlich große Sorgen. Sie ging los, um nachzusehen, wo die drei geblieben waren – und stieß auf die schreckliche Unfallstelle. Geistesgegenwärtig wählte sie sofort den Notruf.

Für den Vater und seine sechsjährige Tochter kam da bereits jede Hilfe zu spät – sie erlagen noch vor Ort ihre schweren Verletzungen. Die vierjährige Tochter überlebte das Unglück mit Verletzungen unbestimmten Grades. Sie wurde vor Ort vom Notarzt erstversorgt und anschließend mit dem Rettungshubschrauber in das Landeskrankenhaus Feldkirch geflogen.

Großaufgebot am Unfallort: Sichtschutz für die Opfer
Nach der Alarmierung lief sofort ein Großaufgebot an Rettungskräften an, die vor Ort um das Leben der Familie kämpften. Neben dem Rettungsdienst und einem Notarzthubschrauber standen die Freiwilligen Feuerwehren Satteins und Frastanz sowie die Bergrettung im Einsatz. Die Polizei unterstützte den Einsatz mit mehreren Streifen, Drohnen sowie dem Polizeihubschrauber „Libelle“.

Um die Privatsphäre der Familie zu schützen und pietätvolle Arbeit leisten zu können, schirmten die Rettungskräfte den Unfallort weiträumig ab. Pressefotografen durften den Bereich erst betreten, nachdem die beiden Toten sowie das verletzte Kind abtransportiert worden waren. Um den Angehörigen und Rettern in diesen schweren Stunden beizustehen, wurde zudem ein Kriseninterventionsteam angefordert.

„Schwierig, wenn man nicht mehr helfen kann“
Der Einsatz ging den Helfern sichtlich an die Nieren, wie die Feuerwehr schildert. „Es war ein sehr belastender Einsatz, weil wir die Menschen persönlich gekannt haben und ein Kind dabei war. Das stellt die Rettungskräfte vor eine enorme, emotionale Herausforderung. Wir rücken normalerweise zu einem Einsatz aus, um zu helfen. Umso schwerer ist es, wenn das nicht mehr möglich ist. Trotzdem müssen wir funktionieren und unsere Aufgabe erfüllen“, sagte einer der erfahrenen Florianijünger gegenüber der „Krone“.

Wie genau es zu dem verhängnisvollen Rutschen des Traktors kommen konnte, ist derzeit noch unklar und Gegenstand der laufenden polizeilichen Ermittlungen.

Tiefe Trauer am Tag danach: Bürgermeister verspricht Hilfe
Einen Tag nach der Tragödie steht die beschauliche Gemeinde Satteins unter Schock. Bürgermeister Andreas Dobler (Gemeinsam für Satteins) zeigte sich tief betroffen: „Es ist tragisch, wenn ein junger Familienvater mit Kind ums Leben kommt.“

Der Ortschef kündigte sofortige Unterstützung an: Sollte die Familie nach dem Unglück finanzielle Hilfe benötigen, werde man diese auf Gemeindeebene rasch und unbürokratisch organisieren. Jetzt gelte es außerdem, die Folgen des tragischen Unglücks im Kindergarten entsprechend behutsam und kindgerecht zu kommunizieren.

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