Nordmazedonien

Der Balkan, wie man ihn nicht erwartet

Reisen & Urlaub
30.06.2026 10:00

Der Ohridsee überrascht mit einer Kulisse voller Mittelmeer-Flair: glasklares Wasser, bewaldete Berghänge, eine historische Altstadt direkt am Ufer sowie unzählige Kirchen aus verschiedenen Epochen

Zwischen Nordmazedonien und Albanien liegt der malerische Ohridsee. Er ist etwa halb so groß wie der Bodensee und gehört seit 1979 zum UNESCO-Weltnaturerbe. Aus gutem Grund: Das rund drei Millionen Jahre alte Gewässer zählt zu den ältesten Seen der Erde und ist Rückzugsort für ein einzigartiges Ökosystem mit zahlreichen endemischen Arten, die es nur hier gibt.

Das Meer gilt als Sehnsuchtsort für Urlaub, dabei bietet der Ohrid See alles, was einen gelungenen Sommer ausmacht. Das Wasser ist außergewöhnlich klar, an manchen Stellen kann man bis zu 22 Meter tief blicken. Ohrid gilt als verstecktes Juwel Europas und zählt zu den beliebtesten Reisezielen Nordmazedoniens. Von Ohrid ist die Hauptstadt Skopje rund 180 km entfernt und in dreieinhalb Stunden mit dem Auto erreichbar.

Daten & Fakten

Direkt am Wasser erstreckt sich Ohrid mit verwinkelten Gassen, über denen die alte Festung des Zaren Samuel thront. Wegen seiner außergewöhnlichen Dichte an Gotteshäusern (365 an der Zahl), die von der Antike bis ins Mittelalter reichen, trägt es den Beinamen „Jerusalem des Balkans“. Uferpromenade, Boote und mediterranes Flair der Altstadt erinnern eher ans Mittelmeer als ans Landesinnere.

Das jahrhunderte-alte Kloster Sveti Naum zählt zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten in Ohrid.
Das jahrhunderte-alte Kloster Sveti Naum zählt zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten in Ohrid.(Bild: Sonja Jakubowics)

Etwas weiter südlich befindet sich das Kloster Sveti Naum. Die Anlage aus dem 9. Jh. zählt zu den wichtigsten Heiligtümern der mazedonisch-orthodoxen Kirche und ist im Sommer ein beliebtes Ausflugsziel.
Zu den ungewöhnlichsten Sehenswürdigkeiten der Region zählt die „Bay of Bones“: eine rekonstruierte Pfahlbausiedlung aus der Bronze- und Eisenzeit.

Die über dem Wasser errichteten Häuser vermitteln einen Eindruck davon, wie die Menschen hier vor Tausenden von Jahren lebten.

Vom Boot aus zeigt sich der See von seiner schönsten Seite
Vom Boot aus zeigt sich der See von seiner schönsten Seite(Bild: Sonja Jakubowics)

An heißen Tagen sorgt eine Bootsfahrt für Abkühlung und eröffnet neue Perspektiven auf den See. Besonders lohnend ist der Weg zum Kloster Sveta Petka, das nur über das Wasser erreichbar ist. Als vor der Rückfahrt der Motor streikt, reagiert der Bootsführer gelassen, kehrt kurzerhand zum Kloster zurück und bringt wenig später Ersatz mit. Das Problem ist schnell behoben, schon wenige Minuten später geht es weiter – ohne große Aufregung.

Kleine Kirche, große Kulisse – Johannes von Kaneo im warmen Licht der Abenddämmerung.
Kleine Kirche, große Kulisse – Johannes von Kaneo im warmen Licht der Abenddämmerung.(Bild: Sonja Jakubowics)

Für alle, die Romantik suchen, ist die Kirche des Heiligen Johannes von Kaneo einer der eindrucksvollsten Orte. Malerisch auf einem Felsvorsprung über dem See gelegen, bietet sie einen der schönsten Sonnenuntergänge. Am Abend zieht es zahlreiche Besucher hierher, um die goldene Stunde zu erleben.

Nordmazedonien gilt als vergleichsweise günstiges Reiseland mit niedrigen Preisen. Gleichzeitig zeichnet es sich durch eine große landschaftliche und kulturelle Bandbreite aus – von Seen und Bergen bis zu historischen Städten – sowie durch eine außerordentlich gastfreundliche Bevölkerung, was es zu einer attraktiven Alternative zu klassischen Urlaubszielen am Meer macht.

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