Nach dem Test der großen Camping-Gadgets ging es für uns erneut auf den Campingplatz MiCampa in Wien-Donaustadt. Diesmal standen aber nicht Dachzelt oder Powerstation im Mittelpunkt, sondern die Ausrüstung, die man vom Frühstück bis zum Lagerfeuer eigentlich ständig benutzt. Und genau dabei gab es den einen oder anderen Überraschungssieger.
Bereits im vergangenen Jahr waren die Helinox-Campingstühle unsere Favoriten. Heuer haben wir die neuen Modelle wieder getestet – und sie konnten ihren Platz an der Spitze verteidigen. Mit rund 140 Euro sind die One Highback zwar alles andere als günstig, dafür aber unglaublich leicht. Das merkt man spätestens beim Verstauen. Während wir bei anderen Stühlen schon zu überlegen begannen, wie wir sie noch irgendwie in den Jimny bekommen, verschwanden die Helinox fast nebenbei zwischen dem restlichen Gepäck.
Auch der Aufbau ist wieder typisch Helinox: Gestänge zusammenstecken, Stoff darüberziehen – fertig. Nach ein paar Mal geht das fast automatisch. Den Table Zero LT (rund 130 Euro) hatten wir ebenfalls mit. Beim Gewicht und Packmaß spielt er ganz vorne mit. Beim Essen hatten wir allerdings immer ein leicht mulmiges Gefühl. Passiert ist zwar nichts, trotzdem wirkte er nicht ganz so stabil wie die größeren Campingtische. Eher für einen Campingausflug am Strand geeeignet.
Die Horntools Recliner-Stühle inklusive Seitentasche und Polster (rund 70 Euro) machten sofort einen hochwertigen Eindruck. Sie sind deutlich schwerer als die Helinox-Stühle, dafür aber extrem bequem. Nach einem langen Tag im Freien möchte man daraus eigentlich gar nicht mehr aufstehen.
Unser heimlicher Gewinner war allerdings der Horntools Campingtisch (rund 100 Euro). Er lässt sich überraschend klein zusammenpacken, ist in wenigen Minuten aufgebaut und verschwindet danach genauso schnell wieder im Auto. Gerade wenn man – so wie wir – mit einem Suzuki Jimny unterwegs ist und jeder Zentimeter zählt, macht genau das den Unterschied.
Es geht auch luxuriöser
Wenn es um luxuriöse Sitzmöglichkeiten geht, hat Outwell bei uns ordentlich gepunktet. Der Sardis Lake Chair (rund 90 Euro) war mit Abstand der bequemste Stuhl des gesamten Tests. Ehrlich gesagt fühlt er sich eher wie ein kleiner Fernsehsessel als wie ein Campingstuhl an. Reinsetzen, zurücklehnen und am liebsten gar nicht mehr aufstehen.
Nachteil beim Verstauen
Der Nachteil zeigte sich allerdings beim Verstauen. Im Vergleich zu Helinox ist der Sardis Lake Chair deutlich größer und schwerer. Für Wohnmobil oder Wohnwagen spielt das kaum eine Rolle – im Jimny dagegen schon.
Ähnlich war unser Eindruck vom hochwertigen Outwell-Custer Round Falttisch (rund 180 Euro). Optisch macht er richtig etwas her und wirkt extrem hochwertig verarbeitet. Wer länger an einem Ort campt, bekommt hier einen wunderschönen Campingtisch. Im direkten Vergleich musste er sich dem Horntools-Tisch aber geschlagen geben. Der ließ sich einfach, schneller auf- und abbauen, platzsparender verstauen und passte damit besser zu unserem Camping-Setup.
Auch die Outwell Campinglampe Aurelia M (rund 40 Euro) hat uns positiv überrascht. Sie ist angenehm leicht, bietet mehrere Helligkeitsstufen und war vom Kochen bis zum gemütlichen Kartenspiel am Abend eigentlich ständig im Einsatz. Für den Preis ein echtes Rundum-sorglos-Paket.
Bei den Schlafsäcken überzeugte Outwell auf ganzer Linie. Sowohl der Camper Lux Double Blue (rund 170 Euro) als auch der Constellation Prime Yellow (rund 150 Euro) fühlten sich unglaublich weich an. Beide hielten uns in der Nacht angenehm warm und machten einen sehr hochwertigen Eindruck.
Qualität hat ihren Preis
Vor allem der Doppelschlafsack sorgte für richtig viel Platz im Dachzelt. Statt eingeengt zu schlafen, fühlte es sich fast wie zuhause an. Nach zwei Nächten können wir sagen: Hier merkt man den Preis definitiv.
Auch das Outdoor-Essen von Travellunch kam bei uns auf den Tisch. Die Gerichte werden direkt im Beutel mit heißem Wasser aufgegossen, kurz ziehen gelassen und sind wenige Minuten später servierfertig. Das Nasi Goreng roch zwar richtig gut, geschmacklich war es uns aber etwas zu fad. Der Erbseneintopf mit Schinken überraschte dagegen mit echtem Geschmack und kleinen Schinkenstücken. Unser Highlight war das Instant Dessert Mango: Dafür reicht sogar kaltes Wasser und innerhalb weniger Minuten hat man einen richtig guten süßen Abschluss.
Das Schmelzfeuer von Denk Keramik (rund 200 Euro) sorgte am Abend zwar für richtig schöne Stimmung. Beim Transport zeigte sich allerdings schnell der Haken. Nur mit Stofftasche rutschten Keramik und Glas während der Fahrt ständig hin und her. Für einen festen Platz im Garten oder auf der Terrasse würden wir das Schmelzfeuer sofort empfehlen. Für Camping würden wir persönlich die knapp 200 Euro aber eher in andere Ausrüstung investieren.
Das Gear Aid Seam Grip Reparaturset (rund 15 Euro) mussten wir zum Glück nicht verwenden. Das Gear Aid Buri Knife (rund 60 Euro) war dagegen ständig im Einsatz – ob beim Öffnen von Verpackungen oder kleinen Arbeiten rund ums Camp. Hochwertig verarbeitet und definitiv ein praktischer Begleiter.
Unser Camping-Fazit
Nach zwei Tagen Camping war für uns jedenfalls klar: Gute Ausrüstung muss den Alltag erleichtern – und genau das haben einige der getesteten Produkte geschafft. Manche haben uns überrascht, andere würden wir sofort wieder einpacken. Denn am Ende geht es beim Campen nicht um möglichst viel Ausrüstung, sondern darum, den Urlaub entspannt genießen zu können.
Wer wissen möchte, wie sich Dachzelt, Powerstation, Kühlbox & Co. im Praxistest geschlagen haben, findet alle Ergebnisse im ersten Teil unserer großen Camping-Testserie.
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